NS-Raubkunst hing im Wiener Polizeipräsidium

25. November 2001, 14:07
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Leihgabe des Historischen Museums wurde inzwischen restituiert

Wien - Ein im jüngsten Restitutionsbericht des Wiener Kulturstadtrates Andreas Mailath-Pokorny (S) angeführtes Gemälde soll sich nach einem Bericht des morgen, Montag, erscheinenden Nachrichtenmagazins "profil" bis zu seiner Rückgabe im Penthouse der Polizeidirektion Wien befunden haben. Das Penthouse wurde vom früheren Polizeipräsidenten Günther Bögl als Wohnung genützt und dient jetzt als Repräsentationsräumlichkeit.

Das Ölgemälde von Hans Canon war seit den frühen siebziger Jahren eine Leihgabe des Historischen Museums der Stadt Wien. Seine enteigneten Besitzer, das Unternehmerehepaar Gisela und Ernst P., waren auf Gestapo-Order in das KZ Theresienstadt deportiert worden. Laut Restitutions-Bericht wurde das Werk Ende des Vorjahres an die Erben zurückgegeben. Eine Sprecherin von Polizeipräsident Peter Stiedl sagte gegenüber "profil", sie könne sich nicht vorstellen, dass der Polizeichef von der Herkunft des Werks gewusst habe. (APA)

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