Der Schwalbe geht es buchstäblich an den Kragen

24. November 2001, 18:58
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Hauskatzen und Marder sind die Übeltäter - die Auflassung landwirtschaftlicher Betriebe tut ein übriges

Bregenz - Katzen und Marder sind neben der Auflassung von landwirtschaftlichen Betrieben, Gebäuderenovierungen und Umwelteinflüssen die stärkste Bedrohung für Schwalben und Mauersegler. Zu diesem Ergebnis kommt die Vogelschutz-Organisation BirdLife. Sie hat in einer fünf Jahre dauernden Forschungsarbeit die Bestände an Schwalben und Mauerseglern in Vorarlberg erhoben. Die Ergebnisse wurden am Samstag bei der Herbsttagung von BirdLife präsentiert.

Insgesamt wurden in den 96 Vorarlberger Gemeinden 435 von Mauerseglern beflogene Niststellen, 2.143 besetzte Rauchschwalben- und 1.573 Mehlschwalbennester ermittelt. Die Rauchschwalbe ist die mit Abstand häufigste der drei Arten, gefolgt von der Mehlschwalbe. Die Bestände der Mauersegler liegen weit hinter denen der Schwalben, geht aus dem BirdLife-Bericht hervor. Rauch- und Mehlschwalbe wurden in etwas mehr als 80 Prozent aller Gemeinden festgestellt, der Mauersegler konnte dagegen nur in 57 Prozent der Gemeinden als Brutvogel beobachtet werden. Die größten Vorarlberger Brutkolonien von Rauchschwalben und Mauersegler befinden sich in Lustenau (Bezirk Dornbirn), von Mehlschwalben in Frastanz/Gampelün (Bezirk Feldkirch).

Laut BirdLife hat der Mauersegler sein Hauptverbreitungsgebiet im Rheintal, Montafon und Walgau. Der höchstgelegene Brutplatz wurde in Oberdamüls (Bregenzerwald) auf 1460 Meter Höhe entdeckt. Die Rauchschwalbe ist neben dem Rheintal vor allem im Bregenzerwald, im Leiblachtal und im Walgau heimisch. Den größten Gesamtbestand mit 161 Brutpaaren beobachteten die Vogelkundler in Dornbirn. Fast 40 Prozent der Mehlschwalben wurden im Bregenzerwald beobachtet. (APA)

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