Nepal: Erneute Eskalation der Gewalt

26. November 2001, 18:25
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Regierung ruft nach Übergriffen maoistischer Rebellen Notstand aus

Kathmandu - Die Regierung Nepals hat am Montag nach mehreren Angriffen maoistischer Rebellen die Ausrufung des Notstands beschlossen. Bei den Kämpfen kamen insgesamt etwa 250 Menschen ums Leben. Der staatliche Rundfunk in Kathmandu berichtete am Montag, maoistische Guerillas hätten Regierungsgebäude in Salleri in der Touristenregion Solukhumbu im Himalaya angegriffen.

Regierungstruppen hätten 200 Rebellen getötet. Das nepalesische Kabinett beschloss, wegen des großen Ausmaßes der Gewalt den Notstand auszurufen. Dieser muss formell von König Gyanendra erklärt werden, der erst am Abend wieder in der Hauptstadt Kathmandu erwartet wurde.

Mit dem Notstand soll vor allem die Sicherheit erhöht werden. Die Grenzen und der Flughafen sollen aber offen bleiben und die Behörden normal arbeiten, hieß es von Regierungsseite. Aus anderer Quelle verlautete jedoch, die Flüge von der Hauptstadt Kathmandu seien ausgesetzt worden.

In Kathmandu wird befürchtet, dass die sich häufenden Zusammenstöße Touristen abschrecken. Durch den Solukhum-Distrikt verläuft einer der beliebtesten Trekking-Pfade am Fuße des Mount Everest.

Die Maoisten kämpfen gegen die Monarchie in Nepal und eine sozialistische Republik. Sie hatten am Freitag ihren viermonatigen Waffenstillstand mit einer Serie von Angriffen beendet. Bei Zusammenstößen in den vergangenen sechs Jahren wurden über 2200 Menschen getötet. Nepal ist eines der ärmsten Länder der Erde, Tourismus sein größter Devisenbringer. (APA/AP)

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