EU und Musharraf einigen sich auf multinationale Friedenstruppe

24. November 2001, 15:34
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Stationierung erst nach Bildung einer Regierung geplant

Islamabad - Die Europäische Union und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf haben sich für die Stationierung einer multinationalen Friedenstruppe in Afghanistan erst nach der Bildung einer von allen Bevölkerungsgruppen akzeptierten Regierung eingesetzt. Das erklärte eine vom belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt geleitete Delegation am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung mit Musharraf nach einem Treffen in Islamabad.

Die internationale Gemeinschaft dürfe in ihrem Konsens über die politische Zukunft Afghanistans nicht wankelmütig werden. Bei den Verhandlungen afghanischer Gruppen über die Zeit nach dem Taliban-Regime, die am kommenden Dienstag in Bonn beginnen sollen, sollte es um eine "breit unterstützte, multiethnische und für alle Afghanen akzeptierbare" Regierung gehen, hieß es weiter.

Die EU-Delegation rief Musharraf auf, die Grenze für afghanische Flüchtlinge zu öffnen. Zuvor war ihr eindringlich vor Augen geführt worden, dass Afghanistan vor einer schweren humanitären Krise stehe. Diese könne nur mit internationaler Hilfe überwunden werden. Die EU hat 310 Millionen Euro (4,27 Mrd. S) für Afghanistan bereitgestellt. Pakistan soll mit einer Abschaffung des Zolls für seine Textilexporte und einer um 15 Prozent erhöhten Ausfuhrquote für Kleidung wirtschaftlich geholfen werden. (APA/AP)

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