Islamistenführer droht afghanischen Flüchtlingen mit Vergeltung

24. November 2001, 09:36
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Falls pakistanische Kämpfer nach Einnahme von Kundus getötet werden sollten

Bangi/Afghanistan - Eine militante islamische Organisation in Pakistan hat Vergeltungsmaßnahmen gegen afghanische Flüchtlinge im Land für den Fall angedroht, dass Soldaten der Nordallianz nach der Einnahme der belagerten nordafghanischen Stadt Kundus an der Seite der Taliban kämpfende Pakistanis töten sollten.

Mohammed Khalid Khan, der Anführer der Bewegung Tehrik Nifaz Shariat-e-Mohammedi, sagte am Samstag, die Menschen seien aufgebracht und würden gegen afghanische Flüchtlinge vorgehen, "wenn unsere Leute hingerichtet oder ungerecht behandelt würden". Nach seiner Darstellung kämpfen Tausende Mitglieder der Organisation an der Seite der Taliban in Afghanistan.

Das Schicksal der ausländischen Kämpfer - Araber, Pakistanis und Tschetschenen - ist einer der Hauptstreitpunkte bei den Verhandlungen über eine Kapitulation der Taliban. Die Soldaten der Nordallianz bereiten für das Wochenende die Einnahme der seit Tagen eingeschlossenen Stadt Kundus vor.

Offenbar wurde den afghanischen Taliban-Soldaten im Anschluss an ihre Entwaffnung ein freier Abzug zugesichert. Die rund 3.000 ausländischen Kämpfer sollen dagegen der Nordallianz übergeben und zunächst in Lagern interniert werden. Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, in Kundus befänden sich auch einige Vertreter des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden und des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar. (APA/AP)

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