Möglicher Durchbruch bei der Behandlung von Typ I Diabetes

23. November 2001, 22:00
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Peptid-Medikament DiaPep277 kann Fortschreiten einer Erkrankung stoppen

Revohot/Jerusalem - Tests mit Patienten lassen einen Durchbruch bei der Behandlung von Typ I Diabetes erwarten. Die Ergebnisse von klinischen Versuchen haben gezeigt, dass das Peptid-Medikament DiaPep277 das Fortschreiten einer Erkrankung stoppen kann. Mediziner der Hadassah-Hebrew University Medical School haben nachgewiesen, dass DiaPep277 die Zerstörung von insulinproduzierenden Zellen unterbrechen und bei neudiagnostizierten Patienten die Notwendigkeit von Insulininjektionen verringern kann, berichtet das Fachmagazin The Lancet in seiner aktuellen Ausgabe.

Das Team der Universität führte eine zehnmonatige Zufalls-Doppelblindstudie mit 35 Männern durch, die kurz zuvor mit Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurden. 18 Patienten erhielten zu Beginn der Phase 2 Studie Injektionen mit DiaPep277 sowie nach einem Monat und nach einem halben Jahr. 17 Teilnehmern wurden im gleichen Zeitraum Injektionen eines Placebos verabreicht. Nach zehn Monaten waren die C-Peptid-Werte bei jenen Teilnehmern deutlich gefallen, die das Placebo erhalten hatten. Zusätzlich war der Bedarf an Insulin-Injektionen deutlich gestiegen. Das Protein C-Peptid wird zur Feststellung der körpereigenen Insulinproduktion eingesetzt. Bei den Patienten, die das Medikament erhalten hatten, stiegen die C-Peptid-Werte und der Insulin-Bedarf erhöhte sich nicht wesentlich.

Die Wissenschaftler Irun Cohen und Dana Elias vom Weizman Institute of Science hatten entdeckt, dass Injektionen mit dem Peptid-Fragment p277 bei Mäusen das Fortschreiten von Typ I Diabetes verhindern können. In der Folge entwickelte das israelische Pharmaunternehmen Peptor das Medikament DiaPep277. Elias erklärte, dass diese Ergebnisse einen Durchbruch ankündigen könnten. "DiaPep277 verspricht einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung und Prävention von Typ I Diabetes." (pte)

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