Wien: Bodenständige Innovation

23. November 2001, 19:09
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Jungunternehmerpreis an erfolgreichen Schuhmacher

Wien - Kann man als Schuhmacher noch Geld verdienen? In Wien ja, wenn man sein Geschäft ausreichend innovativ betreibt. Das beweist der diesjährige Sieger des Jungunternehmercontests der Wirtschaftskammer, des Walter-Nettig-Preises. Der aus Steyr kommende Orthopädieschuhmachermeister Günther Näumayr schaffte es, sein Geschäft in wenigen Jahren in Wien zu etablieren, er führt den Erfolg auf einen hohen Qualitätsstandard zurück. Ein weiterer Erfolgsbaustein: Näumayr wartet nicht auf Kunden, die sein Verkaufslokal hinterm Praterstern betreten, er macht mit seinen Mitarbeitern Hausbesuche in Altersheimen und Spitälern und tritt mit Ärzten in Direct-Mails in Kontakt.

Nettig, der das Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro aus eigenen Mitteln aufbringt, zeigte sich bei der Siegerehrung am Donnerstagabend jedenfalls zufrieden darüber, dass die Zahl der Unternehmensgründungen in Wien im Steigen begriffen sei. Mehr als 70 Prozent neuer Unternehmen gebe es auch fünf Jahre nach der Gründung noch, was für ein gesundes Wirtschaftsklima spreche. In ernste ökonomische Probleme gerate nur ein Bruchteil der Jungunternehmer.

Der Preis für den innovativsten Jungunternehmer ging an die Softwarefirma Hanke & Hörner: Als Zivildiener war einer der heutigen Unternehmer vor einigen Jahren in einem Krankenhaus mit der schwierigen Herstellung von Medikamenten zur Chemotherapie konfrontiert; er entwickelte eine neue Computersoftware und machte - unter anderem - daraus einen lukrativen Geschäftgegenstand. (or, DER STANDARD Print-Ausgabe 24.11.2001)

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