Unwetter auf La Palma: Keine Vorwarnungen vom Wetterbericht

23. November 2001, 18:43
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Wanderer waren nicht informiert - Wassermassen kamen "buchstäblich aus heiterem Himmel"

Wien/Innsbruck - Bei den schweren Unwettern vergangenen Dienstag auf La Palma ist auch ein Mitglied einer Wandergruppe der AlpinSchule Innsbruck ums Leben gekommen. Wie es Freitag am späten Nachmittag in einem Unfallbericht des Veranstalters hieß, habe es keine Warnungen vor dem Wettersturz gegeben.

Eine deutsche Frau aus der Gruppe wurde von den Fluten mitgerissen

Laut Manuel Tommasi, Pressesprecher der AlpinSchule Innsbruck, befand sich in der Kraterregion im Nationalpark Caldera de Taburiente eine Wandergruppe der Organisation mit 19 Gästen. Als die Teilnehmer gegen 14.30 Uhr einen Bach auf Trittsteinen überqueren wollten, sei es zu dem Unfall gekommen. "Buchstäblich aus heiterem Himmel" seien plötzlich die Wassermassen angestiegen. Eine Frau aus der Gruppe, eine Deutsche, wurde von den Fluten mitgerissen, der hinter ihr gehende Ehemann konnte sie nicht mehr erreichen. Er musste sich selbst mit zwei anderen Gästen in Sicherheit bringen. Von den weit entfernten Regenfällen hätte die Wandergruppe nichts bemerkt.

Wegen der hohen Fließgeschwindigkeit keine Rettungsmöglichkeit

Wegen der hohen Fließgeschwindigkeit sei laut Tommasi der Versuch gescheitert, der Frau ein Seil zuzuwerfen. Schließlich sei für den Rest der Gruppe ein Weiterkommen unmöglich geworden. Der eingesetzte Bergwanderführer, ein 53-jähriger Deutscher habe einen steinschlag- sowie murensicheren Platz gesucht, um die Nacht im Freien verbringen zu können. Über Mobiltelefon sei es dem erfahrenen Wanderführer, der seit 8 Jahren auf La Palma lebt, noch gelungen, Einsatzkräfte zu alarmieren.

Entgegen den Berichten in Medien, wonach Meteorologen rechtzeitig vor diesem Wettersturz gewarnt hätten, hätte es keine Warnungen gegeben, auch nicht von der Nationalparkverwaltung, so Tommasi. Bei der Einfahrt mit dem Bus passierte die Gruppe ein Kontrollhäuschen der Nationalparkverwaltung, der einheimische Fahrer habe mit dem anwesenden Ranger gesprochen. Bei der Wanderung im Inneren der Caldera habe die Gruppe gegen 12.00 Uhr einen weiteren Ranger getroffen, der die Wanderer weitermarschieren ließ. (APA)

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