Italien entsorgt 150.000 Tonnen in der Steiermark

23. November 2001, 18:11
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Graz - Insgesamt 150.000 Tonnen Hausmüll entsorgt Italien an zwei Standorten in der Steiermark. Nachdem am Freitag bekannt geworden war, dass die Entsorgung auf der Großdeponie Frohnleiten bereits seit drei Wochen läuft, war die Empörung groß. Das Umweltministerium hat zwar die Genehmigungen erteilt, der steirische Umweltlandesrat gab aber bekannt, dass dies gegen den Willen des Landes erfolgt ist.

Das Geschäft zwischen der süditalienischen Metropole Neapel und der kleinen Stadt Frohnleiten hat eine in der Nähe von Graz ansässige Firma, die mit der Gemeinde nach Angaben des Bürgermeisters seit Jahren Geschäfte macht, eingefädelt. Bis Mitte 2002 sollen insgesamt 75.000 t auf der örtlichen Deponie landen. Bürgermeister Peter Gottlieb (SPÖ) sagte am Freitag, das Geschäft sei "unproblematisch und korrekt". Der Gemeinderat sei nicht informiert worden, "weil das keine Angelegenheit des Gemeinderats ist". Den ÖVP-Vizebürgermeister Wolfgang Kasic, der heftig kritisiert hatte, davon nichts gewusst zu haben, bezeichnete Gottlieb als "Wichtigmacher".

Auch von Seiten der Grünen und der FPÖ gab es heftige Kritik. Für die Grünen stellte Nabg. Eva Lichtenberger die Frage, "wie billig muss der Verkehr in Europa sein, dass es sich rentiert, Müll über tausend Kilometer zu schieben". Die steirischen Grünen gaben bekannt, dass sie bereits früher eine Aufsichtsbeschwerde bei der Landesregierung eingereicht haben. Die FPÖ sprach von einer "skrupellosen Geschäftemacherei". Der zweite Standort zur Müllentsorgung aus Italien liegt auf der Erzberg-Deponie.

Umweltlandesrat Erich Pöltl (ÖVP) wies darauf hin, dass die Genehmigung durch das Umweltministerium gegen den Willen des Landes erfolgt sei. (APA)

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