Harry Weber erhält den Staatspreis für Fotografie

23. November 2001, 15:09
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Er wurde einst nach Palästina vertrieben, kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch nach Wien zurück

Wien - Der mit 22.000 Euro (302.727 S) dotierte Österreichische Staatspreis für Künstlerische Fotografie geht an den Fotografen Harry Weber. Staatssekretär Franz Morak würdigt Weber in einer Aussendung als "begnadeter Geschichtenerzähler und großer Metaphoriker des Augenblicks".

Die Fachjury, bestehend aus dem Fotografen Erich Lessing, dem Kremser Kunsthallendirektor Carl Aigner und der Fotohistorikerin Anna Auer, hob in ihrer Entscheidung insbesondere Harry Weber als großen Vertreter einer Generation der klassischen Fotografie hervor, zu der Weber auch gemeinsam mit den bisherigen Fotostaatspreisträgern Inge Morath (1991), Franz Hubmann (1994) und Erich Lessing (1997) gehört. Besonders unterstrich die Jury neben seinem späteren theaterfotografischen Werk die über viele Jahre erschienen Reportagen im "Stern" ab den Fünfzigerjahren, die innerhalb und außerhalb der Grenzen einen essentiellen Beitrag für das Bild Österreichs darstellten.

Harry Weber, der im August seinen 80. Geburtstag feierte, wurde in Klosterneuburg geboren und musste nach Palästina emigrieren. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück. "Ich bin ein leidenschaftlicher Fotograf, der immer aus dem Leben heraus fotografiert - ob ich durch die Straßen gehe oder auf eine Theaterprobe. Ich habe noch nie ein Foto gestellt", bekannte er anlässlich der Eröffnung seiner großen Ausstellung "Ein photographisches Bilderleben" im Wiener Palais Harrach im Mai diesen Jahres. (APA)

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