Vogel & Noot verkauft Wärmetechnik

23. November 2001, 15:02
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Das Unternehmen ist tief in die Verlustzone gerutscht

Wartberg – Die börsenotierte Vogel & Noot Holding ist in den ersten neun Monaten 2001 tief in die Verlustzone gerutscht. Per Ende September stand im Konzern mit minus 88,6 Mill. S (minus 6,44 Mill. Euro) ein stark negatives Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) zu Buche, wie aus dem neuesten Aktionärsbrief hervorgeht. In den ersten drei Quartalen 2000 hatte die – im Maschinenbau tätige – steirische Firmengruppe noch einen EGT-Gewinn von 16,3 Mill. S geschrieben.

Der Betriebserfolg (EBIT) brach von Jänner bis September dieses Jahres von 135,4 auf 57,1 Mill. S ein, bei stabilen Umsätzen von rund 3,3 Mrd. S. Nach Unternehmensangaben war das operative Ergebnis im Konzern unter anderem durch Forderungsabschreibungen in der Sparte Verpackungstechnik und durch einen EBIT-Verlust von 55 Mill. S im Geschäftsfeld Landmaschinen belastet.

Finanzergebnis verschlechtert

Im Finanzergebnis, das sich bis September von minus 119,1 auf minus 145,7 Mill. S verschlechterte, schlug sich ein mit Ende Juni 2001 gewährter Überbrückungskredit in Höhe von 350 Mill. S für die Neustrukturierung der Unternehmensgruppe nieder. Für das Gesamtjahr 2001 erwartet die Vogel & Noot Holding einen konsolidierten Jahresumsatz von rund 4,5 Mrd. S, in den Bereichen Verpackungstechnik und Technologie sei bis zum Jahresende mit einer anhaltend guten Umsatzentwicklung zu rechnen. Wegen der Neuordnung des Bereichs Landmaschinen und Schließungskosten für den deutschen Wärmetechnik-Standort Gera werde das Konzernergebnis heuer jedoch beeinträchtigt sein.

Oy Rettig erhält Wärmetechnik-Anteile

Die börsenotierte Vogel & Noot Holding AG, die an der Vogel & Noot Wärmetechnik eine Mehrheit von 81,5 Prozent hält, verkauft ihre Anteile an den finnischen Industriekonzern Oy Rettig Ab, teilt das Unternehmen am Freitag mit. Der Verkaufspreis werde vom Finanzergebnis für das abgeschlossene Jahr 2001 abhängen. Der Preis für das variable Übernahmeangebot werde den Anforderungen des österreichischen Übernahmegesetzes entsprechen und wahrscheinlich rund 11,50 Euro (158,2 S) je Aktie betragen. Die Rettig Heating Group ist Marktführer am europäischen Heizflächenmarkt.

Bei 3,4 Millionen im Umlauf befindlichen Wärmetechnik-Aktien entspricht der Mehrheitsanteil von 81,5 Prozent insgesamt 2,754 Millionen Aktien damit errechnet sich auf Grund des wahrscheinlichen Offerts von 11,5 Euro ein Verkaufserlös von rund 436 Mill. S für die bisherige Mutter Vogel & Noot Holding.

Marktanteil von über 50 Prozent in Österreich

Der Verkauf der Wärmetechnik ist Teil der Neuausrichtung der Vogel & Noot-Gruppe, die in den Bereichen Wärmetechnik, Verpackungstechnik, Technologie und Landmaschinen tätig ist. Rettig wird gemeinsam mit Vogel & Noot im größten europäischen Markt in Deutschland die Marktführerschaft übernehmen. In Österreich ist Vogel & Noot mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent bei Flachkörpern schon jetzt die Nummer eins am Markt. Vogel & Noot hat im Sommer auf Grund massiver Probleme im Bereich Landmaschinen von den kreditgebenden Banken einen Überbrückungskredit im ausmaß von 350 Mill. S (25,4 Mill. Euro) erhalten. Mit den Banken wurde damals ein Sanierungsplan, der ein Gesundschrumpfen des Unternehmens vorsieht, ausgehandelt.

Durch die Übernahme der Wärmetechnik durch Rettig ist gewährleistet, dass die Marke Vogel & Noot nachhaltig über eine starke Marktposition verfügen werde, so das Unternehmen heute. Rettig ist ein finnischer Industriekonzern in Familienbesitz mit den Hauptgeschäftsbereichen Wärmetechnik und Reederei und beschäftigt 4.000 Mitarbeiter. Zuletzt setzte Rettig rund 5,5 Mrd. S um. Die Vogel & Noot Wärmetechnik AG ist heute Freitag vom Handel an der Wiener Börse ausgesetzt worden, teilt die Wiener Börse AG mit. Zuletzt notierte die Aktie bei 6,05 Euro. (APA)

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