Franz Wittmann, Staatsmeister

23. November 2001, 13:17
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"Wenn du einmal vor mir bist, lege ich meine Lizenz weg", scherzte im Vorjahr sein 32-jähriger Rallye-Kollege Raphael Sperrer. Die Lizenz hat Sperrer behalten, aber Franz Wittmann holte sich dennoch mit 51 Jahren den österreichischen Rallye-Staatsmeistertitel, seinen zwölften übrigens. "Solche Späße haben mich angespornt, ich bin ja ehrgeizig."

Verjüngungskur

Der Niederösterreicher tankte seine Fitness im Olympiastützpunkt Obertauern bei Heini Bergmüller, dem Trainer der Skinationalmannschaft. "Er hat ein optimales Programm zusammengestellt, ich habe dort eine kleine Verjüngungskur gemacht."

Er fährt seit 1971 Rallyes, von 1993 bis 1999 hat er pausiert. "Ich dachte mir damals, dass ich es nicht mehr brauche, aber irgendwann hat es mich doch wieder gejuckt." Der Staatsmeister hatte immer gute Verbindungen zu Toyota. "Ich wurde 1992 auf einem Celica Staatsmeister. Im Vorjahr versuchte ich wieder ein Rallye-Auto zu bekommen. Mit max.mobil als Sponsor hat es auch geklappt."

Königsklasse

Nun prügelt er wieder einen Toyota über die Rennstrecken. "Der Corolla WRC (World Rallye Car) gehört zur Königsklasse und ist absolut hochgezüchtet. Dieses Geschoß hat ein permanentes Allrad-Getriebe, 320 PS, einen Lexus-Motor und ein Drehmoment von 750 Newtonmeter - das ist gewaltig."

Es ist mordsmäßig viel Hightech in diesem Auto. "Und ein Joystick. Ich schalte praktisch nur mit einem kleinen Hebel vor-oder rückwärts. Die Differenziale sind konisch gesteuert; alleine die Abstimmung der Stoßdämpfer ist auf höchstem Level. Die Karosserie ist auf das Äußerste getrimmt und hat mit dem Serien-Corolla nur mehr recht wenig zu tun." Alles wird am Bordcomputer gespeichert. "Sobald ich nach einer Sonderprüfung zum Service komme, nimmt der Mechaniker die Chipkarte aus dem Auto und wertet sie auf seinem Computer aus - er kann jeden Fehler ablesen." (AUTOMOBIL, 23. 11. 2001)

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    Rallye-Staatsmeister Franz Wittmann und Co-Pilotin Heike Feichtinger.

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    Der Firmenwagen.

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