Industrie wird weiblich

23. November 2001, 12:41
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Industriellenvereinigung startet Informations-Kampagne: Mädchenanteil in technischen Ausbildungen soll gehoben werden

Wien - Die Industriellenvereinigung (IV) will junge Frauen für eine Karriere in der Industrie gewinnen. "Unser Ziel ist es, ihren Anteil in technisch orientierten Ausbildungswegen von der Lehrausbildung über HTL bis zu den Fachhochschulen und Universitäten in den nächsten fünf Jahren signifikant zu steigern", definierte IV-Generalsekretär Lorenz Fritz am Freitag bei einer Pressekonferenz das Ziel der Industrie. Dazu gibt es für Schülerinnen, die vor der Berufsentscheidung stehen, Info-Material und eine Webpage sowie für LehrerInnen spezielle Materialien und Seminare.

Große Berufschancen

Die österreichische Industrie brauche gut ausgebildete Fachkräfte, betonte Fritz. Gerade junge Frauen hätten bei adäquater und vor allem technikorientierter Ausbildung "exzellente Karrierechancen in den heimischen Industrieunternehmen". Für die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) bieten sich gerade für junge Mädchen im technisch-industriellen Bereich große Berufschancen. "Chancen, die aber bislang noch nicht intensiv genug genutzt werden, weil viele Mädchen noch immer eine Hemmschwelle haben, eine technische Ausbildung zu beginnen", so Brandsteidl.

Wenige Mädchen wählen technische Ausbildung

So sind laut IV 72,1 Prozent aller Verkaufskräfte in Österreich weiblich, der Technikerinnenanteil liege aber nur bei 8,8 Prozent. Der Anteil junger Frauen an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in Österreich betrage bei wirtschaftsberuflicher Ausbildung 94,4 Prozent, im technisch-gewerblichen und kunstgewerblichen Bereich sei jedoch nur jedEr fünfte SchülerIn weiblich. Bei HTL würden in den 1. Klassen im Schuljahr 2001/02 1.271 junge Frauen 9.543 Burschen gegenüber stehen. Und während mehr als 67 Prozent der Studienabschlüsse in Geistes- und Naturwissenschaften von Frauen geschafft würden, liege der Frauenanteil bei den Technischen Wissenschaften an den Unis bei 16,8 Prozent.

Kampagne

Im Rahmen der IV-Initiative "Die Industrie wird weiblich" werden nun in Zusammenarbeit mit den Landesschulratspräsidenten in den Haupt- und Mittelschulen österreichweit Infofolder verteilt und in den Schulen Plakate affichiert. Im Internet lädt die Webpage www.industriekarriere.at - unter anderem mit einem Begabungs- und Interessentest - Schülerinnen ein, eine Karriere in heimischen Industrieunternehmen anzudenken. Darüber hinaus werden von der IV Materialien für BerufsorientierungslehrerInnen erarbeitet und in Seminaren dieser Zielgruppe präsentiert.
(APA)

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