Immer weniger Österreicher heiraten

23. November 2001, 14:52
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Zahl der Eheschließungen sank von Jänner bis September 2001 um 13,3 Prozent

Wien - Immer weniger Österreicherinnen und Österreicher "trauen" sich: Der Trend ist bekannt, heuer hat er sich jedoch deutlich verstärkt: Die Zahl der Eheschließungen ist von Jänner bis September 2001 um 13,3 Prozent gesunken. Die Statistik Austria spricht von einem "außerordentlich starken" Minus.

Vorarlberg verzeichnete den stärksten Heiratsrückgang (minus 21 Prozent). Das westlichste war zugleich aber das einzige Bundesland mit einer - wenn auch geringen - Zunahme bei den Geburten (plus 1,1 Prozent).

Auch Scheidungen gehen zurück

Nach den vorläufigen Meldungen der Standesämter wurden in den ersten neun Monaten 2001 in Österreich 27.640 Ehen geschlossen, um 4.254 (13,3 Prozent) weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (31.894). Der Rückgang fiel im dritten Quartal (minus 14,7 Prozent) noch gravierender aus als im ersten Halbjahr (minus 12,3 Prozent).

Deutlich weniger Hochzeit gefeiert wurde in allen Bundesländern. Unter dem österreichweiten Durchschnitt lag dabei vor allem der Westen: Neben Vorarlberg verzichteten viele Paare in Tirol (minus 15,8 Prozent), Oberösterreich (minus 15,5 Prozent), Kärnten (minus 15,2 Prozent), Salzburg (minus 14 Prozent), und der Steiermark (minus 13,8 Prozent) auf den Gang zum Standesamt, aber auch in Niederösterreich (minus 13,5 Prozent). Unterdurchschnittlich fiel der Rückgang an Eheschließungen nur in Wien (minus 9,4 Prozent) und im Burgenland (minus 5,3 Prozent) aus.

Sterbefällen und Neugeburten rückgängig

Rückgänge gab es nicht nur bei Hochzeiten: Sowohl die Zahlen der Sterbefälle (minus 4,3 Prozent) als auch der Neugeborenen (minus 3,8 Prozent) nahmen deutlich ab. Da aber heuer bisher weniger Menschen gestorben sind als Babys zur Welt kamen, hat sich das so genannte natürliche Bevölkerungswachstum verändert: Weil um 2.174 mehr Kinder

geboren, als Menschen starben, verzeichnen die Statistiker "wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Geburtenüberschuss, der damals 1.983 betragen hatte". Insgesamt kamen heuer bis September 56.472 Kinder zur Welt. (APA)

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