IAEO gibt grünes Licht für Probebetrieb Temelins

23. November 2001, 12:32
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Prag: "Überwiegende Mehrheit schwacher Stellen des AKW behoben"

Prag - Die Sicherheitsinspektion des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin, die durch Experten der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in den vergangenen Tagen durchgeführt wurde, hat nach den Worten der Chefin der tschechischen Staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB), Dana Drabova, keine Ergebnisse gebracht, die gegen einen weiteren Probelauf des AKW sprechen. Dies erklärte Drabova Freitag Früh in einem Live-Interview mit dem tschechischen Rundfunk.

Nach Angaben Dabrovas steht im Abschlussbericht, dass die "überwiegende Mehrheit der (früher festgestellten) Schwachstellen des AKW so behoben wurde, dass der Reaktor oder das Kraftwerk auf gutem internationalen Niveau ist. Im Falle jener (Schwachstellen), wo dies nicht behauptet wird, wird festgestellt, dass die Vorgehensweise des AKW entsprechend und die Eliminierung dieser (schwachen) Stellen im vorangeschrittenen Stadium ist".

"Weitere Inbetriebnahme des Kraftwerkes"

"Dass einige von ihnen noch offen sind, behindert auf keinen Fall die weitere Inbetriebnahme des Kraftwerkes. Das ist, denke ich, eine sehr wichtige Behauptung", betonte die SUJB-Chefin weiters. Sie fügte hinzu, die Ergebnisse der IAEO-Inspektionen hätten sonst immer den Charakter einer Empfehlung. "Für uns sind sie aber sehr wichtig, weil sie uns versichern, dass sowohl das Kraftwerk als auch die staatliche Aufsicht im Einklang mit der guten internationalen Praxis vorgehen", sagte Drabova.

Befragt zu einer ähnlichen Inspektion, die es auch im südmährischen Atomkraftwerk Dukovany gegeben hatte und deren Ergebnisse der CEZ-Generaldirektor Jaroslav Mil mit den Worten kommentiert hatte, dass die Ergebnisse eine gute Nachricht für die Investoren seien, sagte Drabova: "Das kann eine gute Nachricht sein. Es geht um eine weitere Versicherung, dass wir (die Tschechische Republik) Atomkraftwerke errichten und von staatlicher Seite garantieren können, dass sie richtig betrieben werden", meinte Drabova.

Die SUJB-Chefin erklärte ferner, dass das AKW Temelin nie nach dem ursprünglichen russischen Projekt gebaut worden sei. Die ehemalige Tschechoslowakei habe zwar das ursprüngliche Projekt von Russland gekauft, es habe allerdings schon in den 80-er Jahren "Modifikationen und deutliche Verbesserungen" gegeben. (APA)

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