16 Tage gegen Gewalt an Frauen

25. November 2001, 14:27
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amnesty-Veranstaltungsreihe: Auftakt mit Matinee im Schauspielhaus am Sonntag

Wien - Unter dem Titel "Offene Türen" lädt die Aktionsgruppe Frauen von amnesty international Österreich zu einer Veranstaltungsreihe "Nein zu Gewalt an Frauen". Die Veranstaltungen beginnen am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November und dauern bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. In vielfältiger Weise wird eine lange Zeit verborgene Thematik angesprochen und damit versucht, einen Beitrag zum Brechen des Schweigens über diese Form der Nichtrespektierung der Menschenrechte zu setzen. Den Auftakt bildete am Sonntag eine Matinee am Wiener Schauspielhaus mit Marlene Streeruwitz und Johanna Dohnal.

Veranstaltungen

Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Missachtung der Rechte der Frauen steht auch bei "re.call", einer Videoarbeit von Silke Maier und Doris Mayer für den Verein Wiener Frauenhäuser, im Mittelpunkt. Literatur von Frauen für Frauen bietet das Cafe litteraire und der Abend der Frauensolidarität "Yet Surviving". Daneben werden Vorträge etwa zur weiblichen Genitalverstümmelung, zu Frauen im Exil oder zum Thema "Wie ich Nein-Sagen lernte" angeboten.

Die ai-Aktionsgruppe Frauen präsentiert an jedem Tag eine andere Frau oder eine andere Frauen-Gruppe, für die sich die weltweit tätige Menschenrechtsorganisation einsetzt. Die Besucherinnen und Besucher können bei der Veranstaltung für diese Frauen aktiv werden und so mithelfen, deren Rechte zu schützen.

Dohnal ist Patin

Die frühere Frauenministerin Johanna Dohnal hat die Patinnenschaft über die Veranstaltungsreihe übernommen. "Gewalt gegen Frauen (und Kinder) war und ist die pervertierteste Form der Herrschaftsausübung und des Machtmissbrauchs in einer Gesellschaft, in der Menschenrechte geteilt und eben nicht universell sind. Einer Gesellschaft, deren Strukturen, deren Politik, deren Ökonomie, deren Kultur noch immer männlich dominiert werden", heißt es in Dohnals Erklärung. "Indem die Frauenbewegung in den letzten Jahrzehnten das verlogene Schweigen über die Gewalt von Männern gegen Frauen gebrochen hat, hat sie auch die Wurzeln des Übels freigelegt: Abhängigkeit und Ausschluss der Frauen im engsten und weitesten Sinn sind die Basis der gegen sie gerichteten Gewalt".
(APA)

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