Arafat soll Anschläge vor belgischem Gericht verantworten

22. November 2001, 19:32
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Israelische Opfer berufen sich auf nationale Gesetze

Brüssel - Palästinenserpräsident Yasser Arafat soll sich vor einem belgischen Gericht wegen einer Reihe von Anschlägen auf israelische Staatsbürger verantworten. Insgesamt 30 Israelis wollten in der kommenden Woche Klage einreichen, kündigte ihr Anwalt William Goldnadel am Donnerstag in Brüssel an. Die Kläger berufen sich dabei auf belgisches Recht, wonach die Gerichte des Landes ungeachtet des Tatorts und der Nationalität der Beteiligten die Kompetenz für Kriegsverbrechen, Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit haben.

Die Mehrheit der Kläger seien bei Attentaten in den vergangenen 30 Jahren verletzt worden oder seien Kinder von verletzten und getöteten Opfern von Anschlägen in Israel. Die Klage richte sich neben Arafat auch gegen die palästinensischen Sicherheitschefs im Westjordanland und im Gazastreifen, Mohammed Dhalan und Jibril Rajub, sowie gegen das führende Fatah-Mitglied Marwan Barghuti.

Im Juni hatten bereits 23 palästinensiche Opfer der israelischen Massaker von 1982 im libanesischen Sabra und Shatila in Belgien eine Sammelklage gegen den heutigen israelischen Regierungschef Ariel Sharon eingereicht. Die Anwälte Sharons, der damals Verteidigungsminister war, und der israelische Staat wollen am 28. November die Kompetenz der belgischen Justiz für diese Vorfälle anfechten. (APA)

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