Diskussion um Bernhards "Herrenhaus"

25. November 2001, 20:26
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"Längst bekannt" - oder doch nicht?

Salzburg - Peter Fabjan, Stiefbruder von Thomas Bernhard, konterte auf den STANDARD-Bericht über ein unveröffentlichtes Manuskript des Autors, dass dieses längst bekannt sei. Tatsächlich: Das Regiebuch zu Thomas Wolfes Herrenhaus wurde vom Salzburger Antiquar Christian Weinek 1999 kurz zum Kauf angeboten. Es gab damals eine Meldung in der Salzkammergut Zeitung, die falsch war: Karl Ignaz Hennetmair gab zu Protokoll, "ein 500 Seiten starkes, unveröffentlichtes Bernhard-Manuskript in seinen Händen gehalten" zu haben. Es besteht aber "nur" aus 68 Manuskriptseiten.

Über den Inhalt war bis zum Bericht im STANDARD nichts bekannt. Der Salzburger Germanist Adolf Haslinger gibt denn auch zu: "Niemand von uns kennt das Manuskript." Man könne daher auch nicht über den Text befinden. Fabjan hofft nun auf eine Kopie des Werkes für das Bernhard-Archiv: Die öffentliche Hand sei nicht in der Lage, den Schätzpreis (5,8 Mio. Schilling) zu bezahlen.

Lesen Sie im ALBUM des Wochenend-STANDARD ein Gespräch mit dem Regisseur Klaus Gmeiner über Thomas Bernhard und die Entstehung des Manuskripts 1957.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. 11. 2001)

 Von
 Stephan
 Hilpolt

 und
 Thomas
 Trenkler


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