Feuerfesthersteller RHI kann Citybank halten

22. November 2001, 19:47
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Hausbank wickelt weiter Zahlungsverkehr ab

Wien - Ein möglicher Stolperstein auf dem Weg der Sanierung des schwer angeschlagenen Feuerfestherstellers RHI ist aus dem Weg geräumt: Mit 50 Mio. Euro Garantie für die Citibank ist es gelungen, die Hausbank des Weltmarktführers für Stahl-Schmelzöfen-Auskleidungen bei der Stange zu halten. Damit stünden noch 150 Mio. Euro zur Sicherung der Liquidität zur Verfügung der RHI. Insgesamt haben Banken wie berichtet den Kreditrahmen um 200 Mio. Euro aufgestockt. Das sollte laut Bankenkreisen bis auf weiteres reichen.

Die RHI steht bei den Banken mit rund einer Milliarde Euro (gut 13 Mrd. S) in der Kreide. Trotzdem: Die Banken sind überzeugt, dass RHI saniert werden kann, zeigte sich bei dem Treffen von Bankern und RHI-Vorständen am Montagabend. Das Unternehmen sei auf den Märkten außerhalb der USA so gut unterwegs, dass die Ausfälle im US-Geschäft künftig kompensiert werden könnten, heißt es aus Bankkreisen. RHI-Vorstandssprecher Andreas Meier sagte dem STANDARD, die Dämmstoffsparte Heraklith werde vorerst nicht verkauft. "Wir wollen keinen Notverkauf um jeden Preis." In den USA, wo nicht nur die Konjunkturschwäche die großen Kunden der RHI bis an den Rand des Abgrundes trieb, hat die US-Gesellschaft GIT/Harbison Walker, die RHI vor zwei Jahren kaufte, zusätzliche Probleme wegen verschiedener Asbestklagen. Doch Meier verneint, dass dieses Haftungsproblem auf die Mutter in Österreich durchschlagen könnte. "Es grenzt sich jetzt schon auf die USA ein. Wir müssten nur dann haften, wenn wir die Geschäfte dort von Wien aus operativ führen würden." Zusammenfassen wolle man die US-Gesellschaften allein wegen des operativen Geschäftes. Die RHI-Aktie war am Donnerstag stabil bei sieben Euro. (este, stro, Der Standard, Printausgabe, 23.11.01)


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