Rotes Kreuz: 600 Leichen in Mazar-i-Sharif gefunden

22. November 2001, 18:16
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Keine Erkenntnisse über mögliche Massaker

Islamabad - Mitarbeiter des Roten Kreuzes haben in der nordafghanischen Stadt Mazar-i-Sharif nach deren Einnahme durch die Nordallianz bis zu 600 Leichen gefunden. Noch sei unklar, ob die gefundenen Konfliktopfer brutal hingerichtet oder im Kampf getötet wurden, sagte der Einsatzleiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für Zentral- und Südasien, Olivier Durr, am Donnerstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Von den zwischen 400 und 600 gefundenen Leichen seien bislang rund 180 begraben worden.

Durr wollte sich zu unbestätigten Berichten über mögliche Massaker der Nordallianz an Taliban-Kämpfern und ihren Verbündeten in Mazar-i-Sharif nach der Einnahme der Stadt vor zwei Wochen nicht äußern. Die pakistanische Führung hatte von Massenhinrichtungen in Mazar-i-Sharif berichtet und die internationale Gemeinschaft am Dienstag vor möglichen Massakern an den in Kundus eingekesselten Taliban-Kämpfern gewarnt. IKRK-Präsident Jakob Kellenberger äußerte sich bei seinem Besuch in Islamabad besorgt über ein drohendes Blutbad in Kundus und forderte die Nordallianz und die USA auf, dies zu verhindern. Kellenberger, der noch Kabul besuchen wollte, sagte, seine Organisation könne die Lage derzeit nur beobachten.(APA)

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