Prozessbegleitung für Verbrechensopfer

22. November 2001, 18:08
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Finanzielle Hilfe bei die therapeutischer und anwaltlicher Unterstützung

Wien - Mit der Einrichtung eines Fonds im Justizministerium für Prozessbegleitung kommt erstmals in der Geschichte der zweiten Republik Kindern, Frauen und sonstigen Verbrechensopfern direkte Hilfe zu. Im Jahr 2001 wurde bereits 105 Opfern geholfen, hieß es am Donnerstag, in einer Aussendung von Justizminister Dieter Böhmdorfer (F). Sechs Millionen Schilling seien für Opfer reserviert, die therapeutische und anwaltliche Hilfe benötigen.

Fond soll Rechtslücke schmälern

Geschändete Kinder, vergewaltigte Frauen und andere Verbrechensopfer müssen in Strafverfahren meist einvernommen werden. Dadurch erleben sie die Tat ein zweites Mal und benötigen deshalb anwaltliche und therapeutische Unterstützung, so Böhmdorfer. Die derzeitige Rechtslage sehe aber keinen Rechtsanspruch auf Bezahlung einer Prozessbegleitung vor.

Im heurigen Jahr wurde eine Million Schilling ausgeschüttet

Um den Opfern direkt zu helfen, habe Böhmdorfer (F) in diesem Jahr die Mittel für Prozessbegleitung auf sechs Millionen Schilling erhöht. Es sei festgelegt, dass mit diesen Beträgen nur Leistungen bezahlt werden, die den Opfern direkt durch die Prozessbegleitung zugutekommen. Im heurigen Jahr wurde eine Million Schilling ausgeschüttet, kein einziger Fall wurde abgewiesen. Durch die unbürokratische Abwicklung sei die Tendenz der Anfragenden steigend. Der Justizminister kündigte an, die Situation der Opfer im Strafverfahren im Rahmen der geplanten Reform des strafprozessualen Vorverfahrens durch einen wesentlich ausgeweiteten Opferschutz verbessern zu wollen.

160 Vereine werden mit Förderungen bei Arbeit für Gewaltopfer unterstützt

Schon im Jahr 2000 habe laut der Ausendung das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen etwa 160 Vereine mit Förderungen bei ihrer Arbeit für Gewaltopfer unterstützt. Ob allerdings die den Wünschen der Opfer nach möglichst unbürokratischer und rascher Hilfe entspreche, erscheine überdenkenswert. Neue Organisationsformen sollten überlegt werden. Es komme nur auf die effiziente Hilfestellung für die Opfer an. "Mein Bestreben liegt in der wirksamen und schnellen Hilfestellung für Verbrechensopfern. Gemeinsam mit Bundesminister Mag. Herbert Haupt werden wir uns bemühen, notwendige Unterstützungen nicht in einer unübersichtlichen Bürokratie versickern zu lassen", erklärte Böhmdorfer. (APA)

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