Jede fünfte Frau von Gewalt betroffen

23. November 2001, 15:46
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Komitee zur Verbesserung der Opferrechte gegründet

Wien - Das Komitee zur Verbesserung der Opferrechte hat sich am Donnerstag erstmals in Wien präsentiert. Ziel sei, die Rechte von Gewaltopfern zu verbessern. Besonders im Bereich der Justiz liege noch einiges im Argen, hieß es. Die Präsentation steht am Beginn der internationalen Kampagne "16 Tage gegen Gewalt" von 25. November bis 10. Dezember.

Jede fünfte Frau sei von Gewalt im sozialen Nahraum betroffen, berichtete Daniela Almer von der Informationsstelle gegen Gewalt. Das Komitee, dem ExpertInnen aus den Bereichen Opferschutz, Justiz, Medizin und Wissenschaft angehören, sei gegründet worden, um die derzeit "denkbar schlechte" Stellung von Gewaltopfern im Strafverfahren zu verbessern.

Psychologische Probleme

Andrea Lehner-Hartmann, Religionspädagogin der Universität Wien, erklärte die psychologischen Probleme, die Gewaltopfer haben. Sie müssten mit den Erfahrungen leben, Hilflosigkeit, Angst und Ohnmacht würden zu einem Trauma führen. Fehlt die Hilfe von Außen, verstärken sich diese Gefühle. Die Folge wären Veränderungen bei den Emotionen. Deshalb sei es laut der Pädagogin besonders wichtig, Gewaltopfer nur einmal, und dann in "freundlicher Atmosphäre" einzuvernehmen.

Auf den fehlenden Opferschutz von Kindern wies der Kinderpsychiater Max Friedrich hin, sie würden in Österreich traditionell vergessen. Dabei würden die Jüngsten gleich dreifach getroffen: Erst das Verbrechen, dann eine nicht kindgerechte Verhandlung und schließlich oft ein Freispruch des Täters. Die Kinder sollen daher nach Meinung des Psychiaters auch das Recht auf eigne AnwältInnen haben. (APA)

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