Britische Abgeordnete wollen einäugigen Löwen von Kabul retten

22. November 2001, 14:59
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Der "Überlebenskünstler" verlor sein Auge durch die Handgranate eines eines afghanischen Kämpfers

London - Britische Labour-Abgeordnete wollen einem einäugigen Löwen aus dem Zoo von Kabul das Leben retten. Marjon (45), siecht nach Angaben des Abgeordneten Tony Banks vom Donnerstag in dem Zoo dahin, seitdem er von einem afghanischen Kämpfer Anfang der neunziger Jahre mit einer Handgranate verletzt wurde und ein Auge verlor.

Der Soldat wollte sich dafür rächen, dass Marjon seinem Bruder einen Tag zuvor einen Arm abgerissen hatte. Auch sei der Löwe über die Jahre mit Steinen gepeinigt worden und habe mehrere Raketenangriffe überlebt. Das Tier war ein Geschenk der deutschen Regierung an den früheren König von Afghanistan, Sahir Schah, der bis 1973 regierte.

"Unschuldig leidende Kreaturen"

In einem am Donnerstag veröffentlichten Unterhaus-Antrag forderte Banks die Regierung auf, zur Rettung von Marjon und "allen anderen unschuldig unter dem Afghanistan-Konflikt leidenden Kreaturen" sofort ein Veterinär-Team nach Kabul zu entsenden. Mehrere Abgeordnete sowie der Weltweite Tierschutzverband WSPA schlossen sich dem Begehren von Banks an. Der linke Abgeordnete und frühere Sportminister ist als tierliebend bekannt. Er hat sich unter anderem als Gegner der britischen Fuchsjagd einen Namen gemacht und kämpfte für den Verbleib der Tauben auf dem Trafalgar Square.

Marjon ist nach Angaben von WSPA-Sprecher Jonathan Owen ein "Überlebenskünstler." Obwohl er 20 Pfund Fleisch am Tag braucht, könne er notfalls auch mit viel weniger auskommen. "Wir wollen so schnell wie möglich hin, um ihm und anderen Zootieren Futter bringen", sagte Owen. Die Soforthilfe soll mit anderen Tierschützern koordiniert werden. (APA/dpa)

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