Geglückte Laser-Übertragung zwischen Satelliten

22. November 2001, 14:22
posten

Artemis hat sich von seinen Anfangsschwierigkeiten erholt

Wien - Der seit Juli im All befindliche Nachrichtensatellit Artemis der Europäischen Weltraumorganisation ESA gilt als der modernste seiner Art. Anfang der Woche ist es laut ESA erstmals gelungen, Daten zwischen Artemis und einem künstlichen Trabanten der französischen Raumfahrtorganisation CNES, Spot 4, mittels Laser-Übertragung auszutauschen. Mit an Bord von Artemis und Spot 4 ist High-Tech aus Österreich.

Zum Einsatz kommt dabei die neuartige Datenübertragungseinheit auf Laserbasis SILEX (Semiconductor Laser Inter-satellite Link Experiment), die einen schnellen Datenaustausch zwischen Satelliten - mit ein paar 100 Megabit pro Sekunde - ermöglicht. Notwendig dafür ist eine äußerst exakte Ausrichtung des Laserstrahls auch noch über Tausende Kilometer hinweg. Die hochpräzise Ausrichte- und Steuerelektronik dieser Laserübertragungsstrecke, die eine Genauigkeit von etwa 0,02 Grad über die Lebenszeit von zehn Jahren garantiert, stammt aus den Entwicklungslabors von Austrian Aerospace. Artemis und Spot 4 sind rund 35.000 Kilometer voneinander entfernt.

Auf die Bahn gebracht

Die Stabilisierung von Artemis in seiner geostationären Position in einer Höhe von derzeit rund 31.000 Kilometern über dem Äquator erfolgt mit Hilfe eines erstmals auf einem ESA-Satelliten eingesetzten Ionen-Triebwerks, dessen Schubrichtung mit einem speziell von Austrian Aerospace entwickelten, patentierten Ausrichtemechanismus präzise eingestellt werden kann. Ionen-Triebwerke stellen wegen ihrer hohen Treibstoffeffizienz eine zukunftsweisende Technologie dar, die auf allen zukünftigen kommerziellen Satelliten zu finden sein wird.

Während seiner zehnjährigen Mission wird der Satellit auch andere Aufgaben erfüllen. Einerseits wird er die mobile Sprach- und Datenkommunikation zwischen mobilen Funkstellen, vor allem in Pkw und Lkw sowie in Zügen und Schiffen, in entlegenen und dünn besiedelten Gebieten Europas und Nordafrikas sowie am Atlantik ermöglichen. Nach Angaben der Austrian Space Agency (ASA) wird diese Funktion an kommerzielle Nutzer vermietet werden.

Navigationshilfe

Weiters wird Artemis als Teil des europäischen EGNOS-Systems (European Geostationary Overlay System) genaue Navigationssignale zur Ortsbestimmung ausstrahlen. Sein Signal wird dazu dienen, die Daten des amerikanischen GPS (Global Positioning System) zu verbessern.

Weltweit erstmals soll Artemis auch als Relais-Station zur Kommunikation zwischen Satelliten und Erde mittels Laser eingesetzt werden. Erdbeobachtungssatelliten umrunden die Erde in einer relativ niedrigen Umlaufbahn von rund 800 Kilometern und haben deshalb nicht immer Kontakt zu einer Bodenstation des Satelliten-Betreibers. In jenen Zeiten, in denen der Satellit außer Sichtweite ist, müssen entweder kostspielig andere Bodenstationen angemietet oder die gemessenen Daten zwischengespeichert werden, bis sie wieder zur Erde gefunkt werden können. (APA)

Share if you care.