Werbefeldzüge steigern Medikamenten-Absatz

25. November 2001, 20:36
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US-Studie belegt: einige Mittel werden stärker promotet als Pepsi oder Budweiser

New York - Der gestiegene Verkauf der 50 meistbeworbenen rezeptpflichtigen Medikamente ist auf äußerst umfangreiche Promotionmaßnahmen zurückzuführen. Werbung ist für rund 50 Prozent des um 21 Mrd. Dollar gesteigerten Verkaufs an rezeptpflichtigen Medikamenten im Jahr 2000 verantwortlich. Dies geht aus einer Studie des National Institute for Health Care Management (NIHCM) hervor. Das meist beworbene Medikament ist das Arthritis-Medikament Vioxx des Pharmakonzerns Merck & Company. Für Massenwerbung gab Merck laut Studie im Jahr 2000 rund 160 Mio. Dollar aus. Dies sei mehr als PepsiCo für das Marketing von Pepsi oder Budweiser für Bierpromotion ausgebe. Dank Direktmarketing habe sich der Verkauf von Vioxx in der Höhe von 1,5 Mrd. Dollar im Jahr 2000 gegenüber 330 Mio. Dollar 1999 mehr als vervierfacht.

Zusatzfaktoren

Verstärkte Marketingaktivitäten sind nach Angaben des NIHCM jedoch nicht ausschließlich für die gestiegenen Medikamentenausgaben in den USA verantwortlich. Hinzu käme das steigende Alter der Bevölkerung, neue und gleichzeitig teurere Medikamente und der häufigere Einsatz von Medikamenten gegen chronische Erkrankungen wie Asthma oder Herzleiden.

Zu den 50 äußerst stark beworbenen Medikamenten und dadurch zu Verkaufsschlagern gewordenen Produkten zählen die Cholesterinsenker Lipitor und Zocor, Paxil und Prozac gegen Depressionen sowie Claritin, Allegra und Zyrtec für die Anwendung bei Allergien. Insgesamt sind die Ausgaben für Medikamentenwerbung in den USA zwischen 1999 und 2000 um 35 Prozent gestiegen. (pte)

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