Preisbeobachtungen in Auftrag

22. November 2001, 13:50
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Wirtschaftsministerium lässt Euro-Preisumstellung untersuchen

Wien - Das Wirtschaftsministerium hat in Ergänzung zum bisherigen Euro-Preisbarometer eine weitere Preisbeobachtung in speziellen Handelssparten und Dienstleistungsbranchen in Auftrag gegeben. Dem derzeitigen Preisbarometer wird die Preisentwicklung von rund 39.000 Artikeln in 20 ausgewählten Warenkörben bei Gütern des täglichen Bedarfs auf der Basis der für ganz Österreich repräsentativen Scanningdaten des Handels erhoben. Das geht aus einer Aussendung des Wirtschaftsministeriums von heute, Donnerstag, hervor.

Preisumstellung ohne Inflationsschübe

Die Umstellung der Preise von Schilling auf Euro im Zusammenhang mit der bevorstehenden Euro-Bargeldeinführung zu Jahresbeginn 2002 sei bisher "ohne Inflationsschübe" abgelaufen. Die vom Wirtschaftsministerium eingesetzte Euro-Preiskommission komme in einem dem Parlament übermittelten Zwischenbericht zur Erkenntnis, dass es keine Hinweise gebe, "dass die bevorstehende Einführung des Euro-Bargeldes eine Welle der Preiserhöhungen ausgelöst hätte." Detaillierte Vergleiche der Preisentwicklung in Österreich, Deutschland und in der Schweiz durch das Wifo hätten nachgewiesen, dass die Preiserhöhungen in den letzten Wochen und Monaten hauptsächlich auf außenwirtschaftliche Faktoren - etwa Verteuerung der Rohstoffe, Wertverlust des Euro gegenüber dem Dollar, schlechte Ernten, BSE und Maul- und Klauenseuche - zurückzuführen seien, so das Wirtschaftsministerium.

Unternehmen nutzen Preiswettbewerb

Die wöchentlich durchgeführten Erhebungen für das Euro-Preisbarometer würden deutliche Hinweise dafür geben, dass die Unternehmen den Preiswettbewerb als Instrument nützten, um an Attraktivität zu gewinnen, so das Wirtschaftsministerium. Der Verlauf der Preisveränderungen in den bisher beobachteten 13 Kalenderwochen zeige einen Wechsel zwischen Wochen mit Preisanstiegen und Preisrückgängen. Durchgehend seien bei über 90 Prozent der überprüften Artikel keine Veränderungen von einer Woche auf die nächste festzustellen.

Preiserhöhungen meist begründet

Von den bisher rund 958 Beschwerden über Preiserhöhungen konnten laut Wirtschaftsministerium die meisten als betriebswirtschaftlich gerechtfertigt anerkannt werden. Nur zirka 60 Fälle mussten in der Prüfungsgruppe behandelt werden. In einigen Fällen konnten Preisreduktionen beziehungsweise Richtigstellungen bei der Preisauszeichnung sowie die Bereitstellung zusätzlicher Kundeninformationen erreicht werden, heißt es.

Mit den gesetzten Maßnahmen hätten bisher jedenfalls Inflationsschübe auf Grund der Währungsumstellung vermieden werden können. Die von den Landespreisbehörden durchgeführten Kontrollen zeigten, dass die Vorschriften des Euro-Währungsangabengesetzes (EWAG) insgesamt sehr gut umgesetzt werden. (APA)

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