Salzburg: Knapp 50 Prozent der Gemeinden stellen zu wenig Behinderte an

22. November 2001, 13:43
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Insitutionen zu wenig über Behinderteneinstellungs- gesetz informiert

Salzburg - Von insgesamt 65 Salzburger Gemeinden, die zur Einstellung begünstigter Behinderter verpflichtet sind, erfüllen 31 Gemeinden die Einstellungspflicht nicht. Immerhin: 15 Gemeinden übererfüllen ihre Quote. Diese Zahlen präsentierte Sozialreferent Landesrat Walter Blachfellner. Mit umfassender Information sowie verschiedenen Projekten will der Landesrat bei den Gemeinden eine Änderung ihrer Zurückhaltung gegenüber der Einstellung von Behinderten erwirken.

Ein Hauptgrund für die ablehnende Haltung gegenüber der Einstellung von Behinderten ist laut Blachfellner folgender: "Für einige Bürgermeister ist der im Behinderteneinstellungsgesetz vorgesehene Kündigungsschutz ein absolutes Reizthema. Viele Gemeinden glauben, Kündigungsschutz wäre gleichbedeutend mit Unkündbarkeit, was dann auf die Einstellung von behinderten Menschen hemmend wirkt."

Zur Problematik des Kündigungsschutzes habe er daher den Gemeinden eine umfassende Information zur Verfügung gestellt, so der Soziallandesrat via Landeskorrespondenz. Darüber hinaus werde es ein gemeinsames Projekt des Sozialressorts, des Gemeinderessorts und des AMS geben, um das Serviceangebot für die Gemeinden zu verbessern, in das auch der Gemeindeverband und der Städtebund eingebunden werden sollen. "Oberstes Ziel des Landes muss es sein, dass Menschen mit Behinderungen die Chance auf einen Arbeitsplatz auf dem 'ersten Arbeitsmarkt' eröffnet wird, um ihnen damit nicht nur die Möglichkeit zu geben, berufliche Erfolgserlebnisse und Bestätigung zu erfahren, sondern dadurch auch eine eigenständige und dauerhafte materielle Absicherung zu erlangen", betonte der Sozialpolitiker. (APA)

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