ÖH: Bildungssprecher verbreiten "Lügen und Halbwahrheiten"

22. November 2001, 12:37
posten

VSStÖ: "Selbstbeweihräucherung von FPÖVP unerträglich"

Wien - Das Agieren mit "Lügen und Halbwahrheiten" wirft die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) den Bildungssprechern der Regierungsparteien vor. Unter anderem würden Werner Amon (V) und Rüdiger Schender (F) in ihrer Dringlichen Anfrage im Nationalrat behaupten, dass der freie Zugang zu Bildung gewährleistet sei, ein leistungsorientiertes Uni-Dienstrecht bestehe und Studienförderungen nicht ausgenützt würden, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

Durch die Studiengebühren könne von einem freien Zugang zur Bildung keine Rede mehr sein, meinte ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger (Grüne und Alternative StudentInnen). So seien etwa rund 40.000 Studierende durch die Gebühren von der Fortführung ihres Studiums "abgeschreckt worden". Das neue Hochschullehrer-Dienstrecht wiederum sehe alle vier Jahre Neubewerbungen vor - die Kriterien zur Aufnahme als Assistent als "leistungsorientiert" zu bezeichnen, sei "nur noch zynisch", so Weinberger: "Vor allem wenn man bedenkt, dass gerade ÖVP-Wissenschaftsprecherin Gertrude Brinek durch ihren Antrag auf Pragmatisierung an der Universität sich diesem von ihr mitgestalteten Dienstrecht entziehen will."

"Selbstbeweihräucherung unerträglich"

Die Ansuchen um Studienförderungen würden laut ÖH-Vizechefin Andrea Mautz (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ) nicht sinken, sondern trotz Rückgangs bei den Studentenzahlen steigen. Im vergangenen Jahr hätten zum selben Zeitpunkt erst zehn Prozent der Studierenden einen Antrag auf Studienbeihilfe gestellt, heuer hingegen bereits 17 Prozent. Ansuchen können noch bis 15. Dezember abgegeben werden.

Der VSStÖ findet die "Selbstbeweihräucherung von FPÖVP unerträglich". Statt sich um Bildungspolitik zu kümmern, wolle man offenbar billig politisches Kleingeld machen, kritisierte VSStÖ-Vorsitzende Eva Schiessl in einer Aussendung. (APA)

Share if you care.