Notebook in der Schule - Lernanreiz, aber Angst vor hohen Kosten

22. November 2001, 10:53
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Studie der Donau-Uni: Einsatz wird positiv bewertet - Soziale Selektion der Ausbildung befürchtet

Der Unterricht mit tragbaren Computern kommt bei Schülern gut an. Wie aus einer Studie der Donauuniversität (DU) Krems über Notebook-Klassen in Österreich hervorgeht, sieht fast die Hälfte der befragten Schüler positive Auswirkungen auf den Unterrichtsstil der Lehrer und den Lerneffekt, nur zehn Prozent sehen Verschlechterungen.

Notebook als Lernanreiz

"In einer Notebook-Klasse zu bleiben und aufzusteigen, gilt als Lernanreiz", heißt es in einem Zwischenbericht der Studie, der heute, Donnerstag, bei einem Symposium der DU zum Thema "Schule in Bewegung" präsentiert wird.

Positive Reaktionen von Lehrer, Eltern und Direktoren

Aber auch Lehrer, Eltern und Direktoren stehen dem Notebook-Einsatz positiv gegenüber, wie die vom DU-Zentrum für Bildung und Medien durchgeführte Studie bei zwölf Notebook-Klassen mit 418 Schülern im Alter von 14 bis 20 Jahren zeigt. Österreichweit werden laut DU an über 100 höheren Schulen Notebooks verwendet. Direktoren hoffen dabei auf einen Imagegewinn für ihre Schule, Lehrer erkennen den Laptop-Einsatz als Zeichen eines anspruchsvollen Unterrichts und werten die größere Selbstverantwortung der Schüler als positiv.

Täglicher Einsatz in fast jedem Fach

Der Großteil der Lehrer gibt in der Umfrage an, das Notebook nahezu täglich und in fast allen Gegenständen einzusetzen. Fast 90 Prozent der Pädagogen ist es bewusst, dass die Vorbereitungsarbeit und der Aufwand während des Unterrichts durch den Computer deutlich höher liegen als bei herkömmlichen Unterrichtsstunden. Diesen hohen Vorbereitungsaufwand beklagen aber auch 40 Prozent der Lehrer.

Schüler kritisieren mangelnde Fähigkeiten der Lehrer

Von den Schülern werden die Laptops auf vielfältige Weise eingesetzt. Sie nutzen sie zu mehr als 75 Prozent für Präsentationen, gefolgt von Recherchearbeiten im Internet und als bloßes Textverarbeitungs-Werkzeug. Die Jugendlichen sehen allerdings auch einige Probleme: 47 Prozent der Schüler kritisieren die mangelnden oder nicht ausreichenden Fähigkeiten bzw. Ideen ihrer Lehrer. Und jeder Dritte sieht einen massiven Mangel an geeigneter ergonomischer Ausstattung der Notebook-Klassen.

Problem sind die hohen Kosten

Als besonderes Problem werden die hohen Kosten der Computer gesehen. Denn diese werden, wie aus der Studie hervorgeht, überwiegend von den Eltern bezahlt. Es gebe kaum effizientes Sponsoring oder andere Unterstützung, und auch Leasing- oder Kreditvarianten seien sehr selten. "Dies wird als bedenklich im Sinne der Schaffung einer finanziellen 'Elite' erkannt" und sei mit der Angst vor einer sozialen Selektion der Ausbildung verbunden, heißt es in dem Zwischenbericht der Studie, die Anfang kommenden Jahres abgeschlossen werden soll.(APA)

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