Mit dem Leberkäse ist alles in Ordnung

22. November 2001, 16:19
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Weder Käse noch Leber machen die Fleischscheibe zur beliebten Jause

Wien - Einst galt er als "Arme-Leute-Braten", heute erfreut er sich trotz des Trends zu fleischarmer Ernährung ungebrochener Beliebtheit: Der Leberkäse ist in aller Munde. Das Verbrauchermagazin "Konsument" hat die typisch österreichische Delikatesse unter die Lupe genommen und Erfreuliches zu berichten: Die Zusammensetzung war bei allen Produkten in Ordnung. In keinem Erzeugnis fand sich BSE-Risikomaterial (Hirn und Rückenmark) oder das in Österreich zusätzlich verbotene Separatorenfleisch.

Es macht einen großen Unterschied, ob man sich eine Schnitte an der Frischwarentheke abschneiden lässt oder zu verpackter Ware greift: Der billigste Leberkäse im Test war abgepackt und kostete pro Kilo 47, 90 Schilling (3,48 Euro). Bei Frischware muss man mit einem Kilopreis von 139 Schilling (10,10 Euro) rechnen. "Diesen Effekt gibt es sogar bei ein- und demselben Hersteller, wenn sein Produkt in einem Geschäft sowohl verpackt als auch offen angeboten wird", wunderten sich die Verbraucherschützer.

Rindfleisch, Schweinefleisch - Speck und Wasser

Das darf laut Österreichischem Lebensmittelcodex in den Leberkäse: Rindfleisch, Schweinefleisch und -speck sowie Wasser. Werden Pferd oder Pute verarbeitet, muss dies angegeben sein. Darüber hinaus gibt es noch Sorten wie Käse-, Schinken- oder Pizzaleberkäse.

Geschmack durch speziellen Bratvorgang

Seinen unverwechselbaren Geschmack erhält der Fleischziegel durch Gewürze wie Knoblauch, Pfeffer oder Muskatblüte und durch den speziellen Bratvorgang: Die Masse wird in eigenen Heißluftöfen wie ein Kuchen in der Form gebacken. Dadurch entsteht die typische Kruste. Die Zugabe Erdäpfelstärke oder Weizenmehl - bis zu sechs Prozent sind erlaubt - sorgt dafür, dass sie knusprig wird.

Weder Käse noch Leber
Ob als Snack zwischen zwei Semmelhälften oder als Hauptmahlzeit, der Leberkäse ist kein mageres Essen. Eine Schnitte hat durchschnittlich 250 bis 320 kcal. Trotzdem ist den Österreichern der Appetit nicht vergangen: 1999 wurden laut "Konsument" 7.383 Tonnen der Wurstware verkauft, im vergangenen Jahr waren es 7.373. Im ersten Halbjahr 2001 wurden 3.374 Tonnen verschmaust.

Weder Leber noch Käse: Der Ausdruck Leber leitet sich wahrscheinlich von der Laibform des Fleischziegels ab. Mit Käse dürfte die Beschaffenheit - die Bläschenstruktur - gemeint sein. (APA)

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