Wieder drei ausländische Journalisten in Afghanistan getötet

22. November 2001, 13:23
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Bereits zehn Kriegsberichterstatter ums Leben gekommen

Teheran - Nach Informationen des iranischen Staatsrundfunks sind in Afghanistan drei weitere ausländische Berichterstatter getötet worden. Auf der Verbindungsstraße zwischen Jalalabad und Kabul seien am Mittwochnachmittag drei ausländische Journalisten getötet worden, meldete am Donnerstag der Korrespondent des iranischen Rundfunks aus Kabul. Über die Staatsangehörigkeit der Toten sei derzeit noch nichts bekannt.

Am 11. November waren die französischen Reporter Pierre Billaud und Johanne Sutton sowie der deutsche Pressefotograf Volker Handloik bei einem Taliban-Angriff in Nordafghanistan ums Leben gekommen. Acht Tage später wurden die Italienerin Maria Grazia Cutuli ("Corriere della Sera"), der Spanier Julio Fuentes ("El Mundo"), der australische Kameramann Harry Burton und der aus Afghanistan stammende Reuters-Fotograf Azizullah Haidari auf der Straße zwischen Jalalabad und Kabul in einen Hinterhalt geraten und erschossen worden.

Nordallianz bestätigt Tod von drei Journalisten in Afghanistan

In Afghanistan sind erneut drei Journalisten getötet worden. Aus Kreisen der Nordallianz in Teheran wurden entsprechende Berichte des iranischen Fernsehens am Donnerstag bestätigt. Danach starben die drei Reporter auf dem Weg von der afghanischen Hauptstadt Kabul nach Jalalabad. In den vergangenen zwei Wochen sind damit in Afghanistan insgesamt zehn Journalisten ums Leben gekommen.

Die Verhandlungen zwischen den in Kundus (Kunduz) eingekesselten Taliban-Kämpfern und der Nordallianz gehen unterdessen weiter. Der US-Fernsehsender CNN berichtete, bei den Gesprächen gehe es um die Details der bevorstehenden Kapitulation der Taliban. Eine Vereinbarung darüber wäre ein entscheidender Schritt, um in Kundus ein Blutbad zu verhindern. Unklar ist das Schicksal tausender ausländischer Mitkämpfer, vor allem aus arabischen Ländern und aus Pakistan. Insgesamt sind in Kundus schätzungsweise 3000 bis 10.000 Milizen eingeschlossen.

Die USA setzten am Donnerstag ihre Bombardierungen um Kundus sowie in den Provinzen um die Taliban-Hochburgen Kandahar im Süden und Paktia im Osten des Landes fort. Nahe Kabul brachen nach Angaben der Moskauer Agentur Interfax erneut Kämpfe zwischen der Nordallianz und versprengten Taliban-Gruppen aus. (APA)

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