Stiftung Warentest: Die Hälfte aller Früchtetee- Proben enthalten Pestizide

22. November 2001, 15:27
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Vorwiegend die Hagebutte belastet

Berlin - Früchtetees sind nicht unbedingt gesund. Von 50 Sorten, die die Stiftung Warentest untersucht hat, waren mehr als die Hälfte deutlich bis stark mit Pestiziden belastet. Darunter befanden sich auch Bio- und Kindertees. Nur in fünf Tees wurden keine Pflanzenschutzmittel nachgewiesen.

Womit die Tester im Früchtetee überhaupt nicht gerechnet hatten, war Pentachlorphenol, kurz PCP. Das hochgiftige Holzschutzmittel fand sich in 28 Teeproben, davon waren 20 deutlich bis stark belastet, heißt es in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "test".

Mit PCP sei vorwiegend die Hagebutte belastet

Mit PCP sei vorwiegend die Hagebutte belastet. Sie bildet die Grundlage für fast alles, was Früchtetee heißt. Die süß-sauren, Vitamin-C-reichen Früchte der Heckenrose kommen vor allem aus Chile, den Balkanländern und aus China. Ein Grund für die Belastung mit Holzschutzmitteln könnte sein, dass die Schalen zum Trocknen auf Holzroste ausgebreitet werden, die mit PCP behandelt sein können.

Hagebuttenschalen aus Chile landeten in einigen Fällen in Öfen, die nicht nur zum Trocknen der Früchte genutzt wurden, sondern auch zum Trocknen von Holz. Dieses Holz war mit PCP getränkt und verunreinigte die Öfen, so dass PCP anschließend in die Hagebutten gelangte. Da PCP wasserlöslich sei, finde es sich auch im Aufguss, hieß es. Je länger der Tee ziehe, desto höher sei die Konzentration. (APA/dpa)

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