Deutsche Wirtschaft am Rande der Rezession

23. November 2001, 14:13
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Niedrigster Stand seit Mai 2000

Wiesbaden - Die deutsche Inflationsrate ist im November nach vorläufigen Berechnungen vor allem wegen sinkender Energiepreise deutlicher als erwartet unter die Toleranzgrenze für Preisstabilität der Europäischen Zentralbank (EZB) gesunken. Die Jahresteuerung sei auf 1,7 (Oktober 2,0) Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Damit ist die Inflation auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2000. Zum Vormonat seien die Verbraucherpreise um 0,2 (minus 0,3) Prozent zurückgegangen. Nach dem überraschend geringen Preisauftrieb in sechs Bundesländern, auf deren Basis das Bundesamt die vorläufigen gesamtdeutschen Preise berechnet, hatten Analysten einen deutlichen Rückgang unter zwei Prozent erwartet. Die Spanne der Länderpreise hatte zwischen 1,4 Prozent in Hessen und 2,2 Prozent in Brandenburg gelegen.

Obergrenze für Preisstabilität ist Zwei-Prozent-Rate

Die EZB betrachtet eine Inflationsrate von zwei Prozent als Obergrenze für Preisstabilität in der Euro-Zone. Analysten zufolge signalisieren die Preisdaten der EZB, dass mögliche weitere Zinssenkungen keine Inflationsgefahren mit sich bringen würden. Bundesbank-Chefvolkswirt Hermann Remsperger erwartet wegen des sinkenden Ölpreises weiter fallende Inflationsraten in Deutschland im nächsten Jahr. "Die niedrigere Inflation wird positive Rückwirkungen auf das Wachstum haben", sagte Remsperger am Freitag am Rande eines Bankenkongresses in Frankfurt. (APA/Reuters)

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