Nordallianz gegen Einsatz ausländischer Soldaten

22. November 2001, 16:52
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Straw konferiert in Teheran mit Abdullah - Iran für Polizeisondertruppe

Teheran - Die Kräfte der Nordallianz sehen sich nach den Worten von Außenminister Abdullah Abdullah durchaus in der Lage, die Situation in Afghanistan mit eigenen Truppen in den Griff zu bekommen. Bei seinen Gesprächen mit dem britischen Außenminister Jack Straw deutete Abdullah am Donnerstag in Teheran an, dass die Nordallianz gegen den Einsatz von weiteren ausländischen Soldaten in Afghanistan ist. Dies gelte auch für den Kampf gegen terroristische Zellen.

Abdullah: "Brauchen keine ausländischen Militärs"

Abdullah, Außenminister der auch während der Taliban-Herrschaft international anerkannten Regierung des Präsidenten Burhanuddin Rabbani, sprach sich nicht ausdrücklich gegen die Präsenz von ausländischen Soldaten in Afghanistan aus und sagte, es hänge von der jeweiligen Lage ab, ob weitere ausländische Militärs benötigt würden. "Derzeit brauchen wir sie nicht so besonders", sagte er. Im Hinblick auf die von der UNO organisierte Afghanistan-Konferenz, die nächste Woche in Deutschland stattfinden soll, sagte Abdullah, wichtiger als die Frage, wie breit die Basis einer künftigen Regierung sei, wäre der Wiederaufbau des Landes.

Iran für Polizeisondertruppe

Der iranische Außenminister Kamal Kharrazi sagte, die Weltgemeinsamschaft müsse jetzt mit Afghanistan zusammenarbeiten, um das Land wieder aufzubauen und die Bildung einer demokratisch gewählten Regierung aus allen afghanischen Volksstämmen zu ermöglichen. Kharrazi sprach sich für die Bildung einer Polizeisondertruppe in Afghanistan aus, um die Sicherheit im Land zu gewährleisten.

Der Iran könnte nach Einschätzung des britischen Außenministers eine wichtige Rolle bei den Bemühungen um die Bildung einer Übergangsregierung in Afghanistan spielen. Er hoffe auf die Unterstützung des Iran für die Afghanistan-Konferenz, sagte Straw. Er sicherte außerdem Hilfe der Europäer für die afghanischen Flüchtlinge im Iran und Pakistan sowie in der Pufferzone zwischen dem Iran und Afghanistan zu. (APA/dpa)

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