Vier Kinder durch schwere Explosion im Gazastreifen getötet

22. November 2001, 18:01
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Ursache bleibt unklar

Khan Younis/Jerusalem (APA/dpa) - Eine schwere Explosion hat am Donnerstagmorgen im Süden des Gazastreifens vier palästinensische Kinder das Leben gekostet. In ersten Meldungen war von fünf Toten die Rede gewesen. Über die Ursache gab es auch noch Stunden nach dem Zwischenfall widersprüchliche Aussagen. Nach offiziellen palästinensischen Angaben war eines der Kinder, die alle zu einer Großfamilie gehörten, auf dem Weg zu ihrer Schule in der Nähe des Flüchtlingslagers von Khan Younis gegen eine israelische Panzergranate getreten und die Detonation ausgelöst. Ein 22-Jähriger wurde bei der Explosion schwer verletzt.

Israelische Armeekreise und palästinensische Augenzeugen wollten jedoch nicht ausschließen, dass die Buben im Alter von sechs bis 14 Jahren durch die Explosion einer von Palästinensern am Straßenrand gelegten Bombe zerrissen wurden. Der Explosionsort liegt wenige hundert Meter von einer jüdischen Siedlung entfernt.

"Eine vor kurzem von einem Panzer abgefeuerte Granate explodierte heute Morgen, als eines der Kinder mit dem Fuß dagegen trat", sagte der palästinensische Sicherheitskoordinator Oberst Khaled Abu el Ella der dpa nach dem Zwischenfall. Inzwischen untersucht jedoch die palästinensische Polizei, ob es sich bei dem Sprengkörper um eine versehentlich gezündete Bombe oder den Blindgänger einer palästinensischen Granate handelte. In der Nacht hatten militante Palästinenser trotz der vor Wochen ausgerufenen Waffenruhe wieder Mörsergranaten auf eine jüdische Siedlung und einen Armeeposten im Süden des Gazastreifens abgefeuert.

Seit Beginn des blutigen Aufstands der Palästinenser im Oktober 2000 sind nach Angaben des Roten Halbmonds 194 palästinensische Kinder sowie Jugendliche unter 18 Jahren getötet worden; 40 der Opfer waren unter zwölf Jahren. (APA/dpa)

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