Vor Anti-Antinori-Gesetz

21. November 2001, 22:01
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Briten wollen erstes Klonexperiment verhindern

London - Wer hätte das gedacht? Just jenes Land, das mit einer eingeschränkten Legalisierung des Klonens vorgeprescht ist, beeilt sich nun, ein Klonverbot zu erlassen.

Hintergrund der Entwicklung: Der Gerichtsentscheid, der die bisherige Kombination aus limitierter Erlaubnis für "therapeutisches" und Verbot von reproduktivem Klonen letzte Woche aufhob (DER STANDARD berichtete), öffnet Möchtegern-Menschenklonierern wie dem italienischen Frauenarzt Severino Antinori eine Gesetzeslücke.

Die zu schließen, hat nun der britische Gesundheitsminister Alan Milburn angekündigt. Einerseits legte seine Regierung Rekurs gegen die Gerichtsentscheidung ein, andererseits soll für alle Fälle noch diese Woche ein Notgesetz dem Produzieren identischer Menschenkopien zu Fortpflanzungszwecken den Riegel vorschieben.

Dessen ungeachtet will Antinori kommen, ein paar Embryonen basteln und sie noch in eine Gebärmutter einpflanzen, bevor das Gesetz in Kraft tritt. Britische Medien schätzen die Chancen gering ein, dass er dafür ein Labor findet. Dieses würde einen Verlust der Lizenz riskieren, da Klonen nicht als "geeignete Praxis" eingestuft würde.

Prominente Wissenschafter wie "Dolly"-Vater Alan Colman lehnen alle derartigen Experimente ab und verweisen auf die große Missbildungsrate und andere Sicherheitsprobleme, die sich in Tierversuchen gezeigt haben. (Times, BBC, rosch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 11. 2001)

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