Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn

22. November 2001, 12:54
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Vier afghanische Gruppen nehmen teil

Berlin - Die Afghanistan-Konferenz der Vereinten Nationen findet ab kommendem Montag auf dem Petersberg bei Bonn statt. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Mittwoch mit. Zuvor war Berlin als Veranstaltungsort genannt worden. An der Konferenz sollen mit Ausnahme der Taliban die Repräsentanten möglichst aller Volksgruppen Afghanistans teilnehmen.

Auch die UNO in New York bestätigte mittlerweile die Anhaltung der Konferenz in Petersberg bei Bonn. "Es steht nun fest, es ist Bonn und nicht Berlin", erklärte Sprecher Fred Eckhard.

Für das Treffen wird nach Angaben des deutschen Innenministeriums die höchste Sicherheitsstufe gelten. Sicherheit und absolute Ungestörtheit seien zwei wesentliche Kriterien für den Konferenzort, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Deutschland wolle nur Veranstalter sein, als Gastgeber treten die Vereinten Nationen auf. Weder die Zahl der Teilnehmer noch die Dauer der Konferenz standen vorerst fest.

Vier afghanische Gruppen bei Konferenz

Bei der von den Vereinten Nationen organisierten Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn werden nach offiziellen deutschen Angaben vier afghanische Gruppen vertreten sein. Es handle sich dabei um Gruppen, die sich in größeren Zusammenhängen um eine politische Lösung für das Land bemühten, sagte der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Christoph Zöpel, am Donnerstag dem Deutschlandfunk. Deswegen glaube er, dass die Aussichten für einen Erfolg der am Montag beginnenden Konferenz gut seien.

Außer Vertretern der von Usbeken und Tadschiken dominierten Nordallianz werden nach Angaben von Zöpel Vertreter des Ex-Königs Mohammed Zahir Schah teilnehmen. Sie würden nach dem Exil-Ort des Monarchen "Rom-Gruppe" genannt. Mit der "Rom-Gruppe" verschmelze die so genannte "Bonn-Frankfurt-Gruppe" der in Deutschland lebenden Afghanen. Daneben würden Exil-Afghanen, die überwiegend auf der Mittelmeerinsel Zypern lebten, Vertreter entsenden, sagte Zöpel. Sie stünden mit dem ehemaligen afghanischen Regierungschef Gulbuddin Hekmatyar, einem fundamentalistischen Paschtunen, in Verbindung und hätten gute Kontakte zum Iran. Schließlich habe sich in der pakistanischen Stadt Peshawar eine Gruppe paschtunischer Stämme gebildet, die ihrerseits Vertreter nach Bonn schickten. (APA/AP/dpa)

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