Rasmussen will Regierung mit breiter Mehrheit

21. November 2001, 19:33
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Wahlsieger tritt Sorge um Schlüsselrolle für Nationalisten entgegen

Kopenhagen - Der designierte neue dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen ist Befürchtungen entgegengetreten, er könne angesichts einer fehlenden eigenen Mehrheit Zugeständnisse an die nationalistische Dänische Volkspartei machen. "Ich werde mich bemühen, eine breite Zusammenarbeit mit dem Parlament zu sichern", sagte der Rasmussen, der Chef der Liberalen Partei, am Mittwoch in Kopenhagen. Sein Mitte-Rechts-Bündnis hat die Wahlen von Dienstag zwar gewonnen, ist jedoch auf die Unterstützung durch die Volkspartei angewiesen.

Rasmussen sagte, die Bildung einer neuen Regierung könne einige Tage dauern. Er bezeichnete Sorgen im Ausland über einen dramatischen Rechtsruck als Ergebnis von Missverständnissen und oberflächlichen Analysen, die zu "gefährlichen Schlussfolgerungen" führten. Er bekräftigte jedoch seine Aussagen aus dem Wahlkampf, die Zahl der Einwanderer und Asylbewerber in Dänemark begrenzen zu wollen. "Das wird uns einen Platz zum Atmen geben, um die Verhältnisse für diejenigen zu verbessern, die bereits hier sind", sagte er.

Unterstützung der Volkspartei notwendig

Die dänische Rechte erreichte bei den Parlamentswahlen am Dienstag einen klaren Sieg über die seit neun Jahren regierenden Sozialdemokraten, die fast sieben Prozentpunkte verloren und unter 30 Prozent rutschten. Dagegen wurde die Liberale Partei von Rasmussen mit 31,3 Prozent und 56 Sitzen stärkste Kraft in dem 179 Sitze umfassenden Parlament. Es wird erwartet, dass sie Koalitionsgespräche mit den Konservativen und der Christlichen Volkspartei führt. Die Konservativen behaupteten ihre 16 Mandate, die Volkspartei erreichte vier.

Die erwartete Koalition wäre jedoch abhängig von der Unterstützung der nun drittstärksten Kraft im Parlament, der nationalistischen Dänischen Volkspartei. Rasmussen hatte jedoch vor der Wahl angekündigt, die Dänische Volkspartei nicht in die Regierung zu nehmen. Die Dänische Volkspartei unter Pia Kjaersgaard erhielt am Dienstag 22 Sitze (zwölf Prozent), neun mehr als bisher. (APA/Reuters)

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