Reporter ohne Grenzen gegen Medienzensur in Kasachstan

21. November 2001, 18:53
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TV-Anstalt KTK in Almaty durch Truppen besetzt

Die französische Organisation zum Schutz der Pressefreiheit "Reporters sans Frontieres" (RSF) protestiert in einem Schreiben an den kasachischen Innenminister Bolat Iskanov gegen die Einschränkung der Pressefreiheit in Kasachstan durch die Behörden. Insbesondere wird die Regierung aufgefordert, "den Rückzug der Truppen von den Gebäuden der unabhängigen Fernsehanstalt KTK anzuordnen", heißt es in einer in Paris veröffentlichten Aussendung von "Reporter ohne Grenzen".

"Die kasachischen Behörden, die bei der Zensur auf frischer Tat ertappt wurden, machen den Fehler zu denken, dass ihre Angriffe auf die Pressefreiheit im gegenwärtigen Kontext der allgemeinen Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen untergehen", schreibt RSF-Generalsekretär Robert Menard in der Aussendung.

Bewaffnete Truppen besetzten TV-Anstalt KTK

Laut RSF haben bewaffnete Truppen des kasachischen Innenministeriums am 16. November den in Almaty (dem ehemaligen Alma Ata) gelegenen Sitz der TV-Anstalt KTK besetzt und die Sendungen zeitweise unterbrochen. Die Soldaten seien auf Befehl des kasachischen Sicherheitsrates eingeschritten, so RSF. Dieser haben beschlossen, dass im Rahmen des Konflikts in Afghanistan "alle strategischen Einrichtungen der Republik Kasachstan von Truppen des Innenministeriums überwacht werden müssen", heißt es in der Aussendung. (APA)

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