Rallye: Richard Burns erstmals Weltmeister

25. November 2001, 18:50
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Ein dritter Platz bei der RAC Rallye reichte dem Briten zum Titel

Cardiff - Richard Burns ist endlich am Ziel - und das Motorsport-verrückte England feiert seinen ersten Rallye-Weltmeister. Ein dritter Platz bei seinem "Heimspiel" reichte dem 30-Jährigen, um sich nach zwei vergeblichen Anläufen die WM-Krone aufzusetzen. Zwei Mal war er WM-Zweiter, nach 76 WM-Rallyes durfte Burns jubeln. In der 23-jährigen Chronik der Fahrer-WM ist er der erste englische Titelgewinner, wenn auch nicht der erste Brite. Diese Ehre war 1995 dem Schotte Colin McRae vorbehalten, der diesmal Vizeweltmeister wurde.

"Endlich hat es geklappt"

"Ich bin überglücklich. Endlich hat es geklappt, endlich ist mein Traum wahr geworden", jubelte Burns, nachdem er in der verregneten walisischen Hauptstadt Cardiff mit seinem Subaru Impreza durchs Ziel gerast war. "Vorher wurde viel geredet. Ich habe die Entscheidung auf der Piste gesucht und Tatsachen geliefert", sagte der in Reading bei London geborene Champion.

Durchwachsene Saison

Dabei lief die Saison für Burns und seinen langjährigen Beifahrer Robert Reid alles andere als berauschend. Bei den ersten beiden Läufen in Monte Carlo und Schweden gab es keine Punkte. Vier Mal fiel er in diesem Jahr aus, zwei Mal blieb er ohne Punkte. Die Wende kam erst mit dem zweiten Platz in Argentinien, dem zweite Ränge auf Zypern, in Finnland und Australien folgten. Die volle Punktzahl erreichte er bei seinem ersten und einzigen Saisonsieg in Neuseeland, seinem zehnten WM-Triumph.

Burns wechselt zu Peugeot

Mit dem zweiten Titel in der Fahrer-WM für Subaru verabschiedet sich Burns nun von dem britisch-japanischen Team und wechselt ins Meisterteam von Peugeot. Der noch unverheiratete Brite, liiert mit der Engländerin Zoe Keen, ging den fast schon klassischen Weg eines Rallye-Profis. Burns hat Benzin im Blut: Keine zwölf Jahre alt, scheuchte er den Triumph 2000 seines Vaters Alex über die heimatlichen Felder. Mit 15 meldete ihn sein Vater bei einer privaten Rallyeschule in Wales an. Schon damals erzählte Richard seinem Ausbilder, dass er unbedingt Profi werden möchte. Jener Lehrer bescheinigte Burns damals sehr großes Talent.

1988 fuhr er seine erste Rallye, 1990 in seiner Heimat seinen ersten WM-Lauf. 1998 erkämpfte Burns in Kenia auf Mitsubishi seinen ersten WM-Sieg, dem bis heute neun weitere folgen sollten. (APA/dpa)

Endstand nach 17 Sonderprüfungen:

  • 1. Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (FIN) Peugeot 206 WRC 3:23:44,8
  • 2. Harri Rovanperä/Risto Pietilainen (FIN) Peugeot 206 WRC + 2:27,1
  • 3. Richard Burns/Robert Reid (GBR) Subaru Impreza WRC 3:15,4
  • 4. Alister McRae/David Senior (GBR) Hyundai Accent WRC 6:48,8
  • 5. Armin Schwarz/Manfred Kremer (GER) Skoda Oktavia WRC 7:31,3
  • 6. Kenneth Eriksson/Staffan Parmander (SWE) Hyundai Ac. WRC 8:11,0

    ausgefallen u.a.: Colin McRae/Nicky Grist (GBR) Ford Focus WRC, Tommi Mäkkinen/Risto Mannisenmäki (FIN) Mitsubishi Lancer WRC

    aufgegeben: Carlos Sainz/Luis Moya (ESP) Ford Focus WRC nach Unfall mit verletzten Zuschauern (11. SP)

    WM-Endstand:
    1. Burns 44 Punkte (Weltmeister) - 2. McRae 42 - 3. Mäkinen 41 - 4. Grönholm 36 - 5. Rovanperä 36 - 6. Sainz 33.

    Markenwertung:
    1. Peugeot 106 Punkte - 2. Ford 86 - 3. Mitsubishi 69 - 4. Subaru 66 - 5. Skoda und Hyundai, je 17.

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