"Aus Rally an Aktienmärkten wird keine neue Hausse"

22. November 2001, 11:56
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Threadneedle: Boden gefunden, aber Märkte weiterhin sehr volatil

Wien - Die Anlageexperten der Fondsgesellschaft Threadneedle Investments sind gemischter Gefühle, was die weitere Entwicklung der in den letzten 18 Monaten arg gebeutelten Aktienmärkte betrifft. Sie habe derzeit einen neutralen Standpunkt, erklärte Threadneedle-Chefstrategin Sahrah Arkle auf einer Presseveranstaltung am Mittwoch in Wien. Der jüngste Anstieg könne bis Jahresende andauern, bevor schwache Unternehmensgewinne oder Konjunkturzahlen die Anleger enttäuschten. Die Rally werde sich laut Arkle jedoch nicht zu einer neuen Hausse entwickeln. Boden nahe

Obwohl auch Threadneedle nach dem 11. September die Erwartungen für die US-Wirtschaft zurückgeschraubt habe, seien die Aussichten für eine leichte konjunkturelle Erholung zur Jahresmitte 2002 positiv. Grund dafür seien das Konjunkturprogramm der Regierung und die Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Daher scheine der Boden an den Börsen gefunden und ein Ende der 18-monatigen Talfahrt nahe. Die Aktienmärkte werden laut Arkle sehr volatil bleiben, eine Performance wie in den 90er-Jahren wird es jedoch nicht geben.

Europäische Aktien billiger als US-Titel

Generell bevorzugt Threadneedle Europa und hier insbesondere Großbritannien, wo man übergewichtet sei. Gegen Ende des Ausverkaufs im September habe man in Europa Aktien auf einem Niveau des Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 bis 15,5 gekauft, laut Arkle das günstigste KGV seit der Russland-Krise. US-Aktien hält die Marktstrategin hingegen mit einem durchschnittlichem KGV von über 20 für vergleichsweise teuer, Nordamerika sollte daher untergewichtet werden. In Japan sei man neutral und im restlichen Asien inklusive Australien übergewichtet positioniert.

Was die Ausrichtung nach Branchen betrifft, versucht die Marktstrategin "auf zwei Hochzeiten zu tanzen". Die zuvor schwer gewichteten defensiven Positionen seien etwas reduziert worden, während man in einigen Regionen bereits leicht zyklisch ausgerichtet sei. Arkle rät zu Pharmaunternehmen, Versicherungen und Medien, während Banken, Telekom- und Technologiewerte untergewichtet werden sollten. Unternehmen mit hohen Schulden seien ebenfalls zu meiden. (APA)

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