Boesendorfer: Bis 30. November fällt Entscheidung

21. November 2001, 17:25
posten

Eigentümer verhandelt unter Führung der Finanzierungsgesellschft UIAG

Wien - Beim Versuch, den österreichischen Edel-Klavierbauer Bösendorfer wieder in österreichische Hände zurückzuführen, dürfte der Schlussakkord unmittelbar bevorstehen: Bis zum 30. November soll die Entscheidung fallen, wer den Zuschlag erhält, schreibt das Magazin "News" in seiner Ausgabe von Donnerstag. Der verkaufswillige US-Eigentümer Kimball habe zugesagt, Verhandlungen mit dem heimischen Konsortium unter Führung der Finanzierungsgesellschaft UIAG aufzunehmen.

Konsortium

Dem auf Initiative von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel - einem begeisterten Hobby-Pianisten - zusammengekommenen Österreich-Konsortium gehören außer der UIAG mit ihrem Chef Kurt Stiassny noch die Oberbank und die Bawag/P.S.K. an. Möglicherweise kommen noch bauMax-Chef Karlheinz Essl, Billa-Gründer Karl Wlaschek oder Kontrollbank-Vorstand Rudolf Scholten dazu. Gegenüber dem STANDARD dementierte Rudolf Scholten jedoch eine Beteiligung am Konsortium. Die UIAG-Gruppe bietet derzeit mit rund 25 Mill. Dollar (28,3 Mill. Euro/390 Mill. S) ebenso viel wie der an Bösendorfer interessierte US-Gitarrenbauer Gibson.

Befürchtungen

Es gibt Befürchtungen, dass Gibson im Fall einer Übernahme die Produktion schließt und rund 220 Bösendorfer-Mitarbeiter kündigt. Erst kürzlich hat Gibson den Klavier-Hersteller Baldwin erworben. Bösendorfer könnte von den Amerikanern nur noch als Edelmarke gehalten werden, ohne die Klaviere selbst noch länger zu produzieren, vermuten Branchenkenner. (APA,red)

Share if you care.