FBI entwickelt Virus

23. November 2001, 12:04
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Der Schädling soll Verschlüsselungen knacken

Wie das Magazin Computerwoche berichtet, arbeitet die US-Bundespolizei FBI an einem Computervirus, der PGP und andere Verschlüsselungstechniken knacken soll. Mit "Magic Lantern" soll es möglich sein, verschlüsselte Dateien zu lesen. Dazu wird von dem Virus eine so genannte "Keylogging"-Software, die die Tastaturanschläge auf dem befallenen Rechner protokolliert, installiert. Aus den so gewonnen Protokollen können dann angeblich Passwörter herausgefiltert werden. Damit lassen sich dann auch die Daten entschlüsseln. Das verwendete Programm soll über einen Virus verbreitet werden, der Virus könnte zum Beispiel an die E-Mail-Adresse von Freunden oder Verwandten der Zielpersonen gesendet werden.

Magic Lantern ist Teil des Online-Abhörsystems "Carnivore". Mit diesem System können Chatrooms, Instant Messages und Internet-Telefonate abgehört und ausgewertet werden. Den "Enhanced Carnivore Project Plan" musste die Behörde im letzten Jahr veröffentlichen, da sie nach einer Klage des "Electronic Privacy Information Center" (EPIC) zur Offenlegung der Carnivore-Dokumente verpflichtet wurde. Es handelte sich allerdings nur um eine "halbherzige" Offenlegung, die Dokumente enthielten mehr geschwärzte als leserliche Stellen.

Dem Wall Street Journal zufolge wurde Magic Lantern bereits eingesetzt. Der Virus kam auf dem Rechner eines Großbetrügers zum Einsatz, den Beamten war es dann möglich PGP-verschlüsselte Dateien zu knacken.

Links:

Die offizielle Carnivore Site

Carnivore FAQ (Frequently Asked Questions)

"Stop Carnivore"-Site "Enhanced Carnivore Project Plan" "Electronic Privacy Information Center"

(red)

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