Analysten: Break Even frühestens 2003

22. November 2001, 11:55
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Neunmonatszahlen überraschen positiv

Wien - Als überraschend positiv werten heimische Analysten einstimmig die am Mittwoch vorgelegten Neunmonatsergebnisse der börsenotierten Telekom Austria (TA). Die Analystenprognosen wurden klar übertroffen. Angesichts dieser Zahlen könnte das vom TA-Management im April 2001 selbst gesteckte Ziel vom Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von 1,2 Mrd. Euro im Gesamtjahr leicht erreicht bzw. sogar übertroffen werden. Den Break Even-Zeitpunkt für die Telekom Austria erwarten die befragten Experten aber weiterhin erst 2003.

"Sehr erfreulich", kommentierte der Bank Austria-Analyst Alfred Reisenberger die vermeldeten Ergebnisse. Maßgeblich für das positive Ergebnis seien zwei Hauptfaktoren. Zum einen hätten die Bereiche Festnetz und Mobilfunk eine sehr gute Performance gezeigt. Dabei gebe es im Mobilfunkbereich aber saisonale Sondereffekte für das dritte Quartal in Form von Roamingeinnahmen in der Urlaubszeit zu berücksichtigen. Schließlich habe die Telekom Austria auch die Verluste an Marktanteilen im Festnetzgeschäft abschwächen können.

Break Even frühestens 2003

Auf Grund der vorgelegten Zahlen erwartet Reisenberger ein EBITDA von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro im Gesamtjahr 2001. Den Break Even erwartet der Analyst frühstens Anfang 2003, für nächstes Jahr sei noch nicht mit einem positive Gesamtergebnis zu rechnen. Reisenberger bescheinigt der Aktie nach den Ergebnissen weiteres Kurspotenzial bis auf ein Niveau von 10 bis 11 Euro. Bis gestern habe die Bank Austria für die Telekom Austria einen Bewertungsabschlag zur Vergleichsgruppe von rund zehn Prozent errechnet, auf Basis der erfreulichen Ergebnisse sei die Aktie um rund 30 Prozent unterbewertet. Die Bank Austria lässt ihre Anlageempfehlung dennoch weiterhin bei ihrer zweitbesten Note "buy".

"Outperform"

Der Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny führt das über den Analystenprognosen ausgefallene Ergebnis auf die Kostensenkungsmaßnahmen im Festnetzbereich und ein sehr gutes Ergebnis der Mobilkom zurück. "Offensichtlich wurden im Inlandsgeschäft die guten Zuwachsraten gehalten", so Sveceny. Zudem dürfte sich der Ergebnisbeitrag der slowenischen Mobilfunktochter si.mobil positiv ausgewirkt haben. Der Analyst stuft die Telekom Austria-Aktie derzeit mit "outperform" ein.

Auch die RZB-Analystin Margit Moritz sieht die Telekom Austria "im Gesamtjahr" sehr gut auf Plan. Das Gruppenziel eines EBITDA von 1,2 Mrd. Euro "müsste locker erreicht werden". Für 2003 sieht die RZB-Analystin eine schwarze Null. Moritz bestätigt ihre "strong buy"-Empfehlung, vor einer Revision der Gewinnprognosen will sie aber erst die am Dienstag anstehenden Details zum Ergebnis abwarten.

Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung

Die Analysten der Deutschen Bank haben ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien der Telekom Austria in einer Analyse von Mittwoch bestätigt. Die "sehr starken" Ergebnisse zum dritten Quartal der Telekom Austria hätten die meisten Erwartungen erheblich übertroffen, konstatiert die Deutsche Bank. Angesichts der vorgelegten Zahlen werde das Institut seine aktuelle Prognose für das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) erhöhen.

Das Kursziel der Deutschen Bank für die Telekom Austria-Aktie wird mit 10,3 Euro beziffert. Zum Vergleich: Am Donnerstag gegen 11:30 Uhr notierte die Telekom Austria an der Wiener Börse 0,88 Prozent höher bei 9,20 Euro. (APA)

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