Britische Ministerin kritisiert US-Afghanistan-Operation

21. November 2001, 12:54
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Short: Hilfsleistungen werden behindert

London - Die britische Entwicklungsministerin Clare Short hat den USA vorgeworfen, die Hilfsanstrengungen für Afghanistan nicht ernst zu nehmen. Die US-Regierung unter Präsident George W. Bush scheine nicht die vorherrschende Ansicht zu teilen, dass die große Armut in vielen Teilen der Welt bekämpft werden müsse, um neuen Terroranschlägen vorzubeugen, klagte die Labour-Politikerin in London. Die Hilfsleistungen für Afghanistan würden durch "Kommunikationsprobleme" beim US-Militär behindert. ****

"Die einzige Weltmacht dreht dem Rest der Welt fast den Rücken zu", sagte Short. Britische Zeitungen hatten zuvor berichtet, Premierminister Tony Blair wolle große Truppenkontingente nach Afghanistan schicken, um eine "Diktatur der Nordallianz" oder einen Zustand der Anarchie zu verhindern. Bush sei aber dagegen, weil er ein "zweites Vietnam" fürchte. London hatte am Dienstag Presseberichte dementiert, wonach die Verzögerungen bei der Entsendung weiterer britischer Soldaten nach Afghanistan auf Meinungsverschiedenheiten mit den USA zurückzuführen seien. (APA/dpa/AP)

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