Frauenarbeitsverbot in Afghanistan offiziell aufgehoben

21. November 2001, 14:01
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UNO einigt sich mit Nordallianz auf Kopftuch für Frauen

Kabul - Die von den Kräften der Nordallianz getragene Regierung Afghanistans in Kabul hat Frauen erlaubt, wieder außerhalb des Hauses zu arbeiten. Das entsprechende Verbot des früheren Taliban-Regimes sei außer Kraft gesetzt, sagte Außenminister Abdullah Abdullah dem UNO-Beauftragten für Afghanistan-Hilfe, Mike Sackett. Sackett berichtete am Mittwoch in Islamabad über die Gespräche, die er am Dienstag in Kabul geführt hatte.

Bei dem Treffen mit Sackett sagte Außenminister Abdullah außerdem, dass Frauen in der Öffentlichkeit künftig nur noch ein Tuch über dem Kopf tragen müssten. Das Tragen der "Burka" - ein mantelartiges Kleidungsstück mit Augen-Gitter - sei nicht mehr Vorschrift. Vor allem auf dem Land tragen afghanische Frauen die meist hellblaue Burka allerdings auch ohne Vorschrift.

Kopftuch statt Burka

Die Vereinten Nationen haben mit der afghanischen Nordallianz vereinbart, dass UNO-Mitarbeiterinnen in Zukunft nur noch ein Kopftuch statt der den ganzen Körper verhüllenden "Burka" tragen müssen. "Frauen müssen die Burkas nicht mehr tragen, ein Kopftuch reicht", sagte ein UNO-Sprecher am Mittwoch in Kabul. Alle UNO-Organisationen bemühten sich nach dem Zusammenbruch des ultrafundamentalistischen Regimes der Taliban nun wieder um die Mitarbeit von Frauen, fügte er hinzu.

Unter Taliban-Herrschaft war Frauen jegliche Erwerbstätigkeit untersagt. Auch das Welternährungsprogramm (WFP) hatte mit den Taliban-Machthabern Schwierigkeiten wegen der Beschäftigung von Frauen in Hilfsprojekten. (APA/Reuters)

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