Stimmung in deutscher Wirtschaft weiter eingetrübt

21. November 2001, 14:14
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Ifo-Geschäftsklimaindex auf tiefstem Niveau seit acht Jahren

Frankfurt/München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober erneut eingetrübt und nach Einschätzung des Ifo-Instituts ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland sei auf 84,7 von 85,0 Punkten im September gesunken, teilte das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch mit. Damit fiel der Indikator entgegen der Erwartung eines unveränderten Wertes auf seinen niedrigsten Stand seit acht Jahren.

Der Index der Geschäftsbeurteilungen in Westdeutschland stieg den Ifo-Angaben zufolge im Oktober auf 79,9 von 79,6 Punkten im September. In Ostdeutschland stieg der Geschäftsklimaindex auf 96,6 von revidiert 96,5 Punkten.

Erholung nicht in Sicht

Nach den Worten von Ifo-Volkswirt Gernot Nerb gibt es noch kein Anzeichen für eine Erholung in naher Zukunft. Wie zahlreiche Analysten rechnet Nerb mit weiteren Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im kommenden Halbjahr. Bundesfinanzminister Hans Eichel erwartet kein Wirtschaftswachstum im dritten Quartal, sprach sich aber im Reuters-Interview gegen Konjunkturprogramme aus.

An den Finanzmärkten fiel der Euro nach Veröffentlichung der Ifo-Daten auf ein vorläufiges Tagestief bei 0,8781 Dollar, was Händler unter anderem auf zahlreiche Verkaufsaufträge bei der Marke von 88 US-Cent zurückführten. Die europäischen Rentenpapiere drehten hingegen ins Plus, was Marktteilnehmer mit den anhaltend schlechten konjunkturellen Aussichten erklärten. Am Aktienmarkt kehrte der Dax seine Verluste um. Hier habe die Erwartung weiterer Leitzinssenkungen auf Grund der Konjunkturschwäche beflügelt, sagten Händler. (APA/Reuters)

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