Neue US-Angriffe auf Taliban-Hochburgen

21. November 2001, 09:34
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AIP: Zahlreiche Opfer - US-General in Baghram - Verstärkung für amerikanische Spezialeinheiten

Islamabad - Bei neuen US-amerikanischen Luftangriffen auf die beiden letzten Taliban-Hochburgen Kundus und Kandahar hat es nach Angaben der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP in der Nacht auf Mittwoch zahlreiche Opfer gegeben. Vor allem in der nördlichen Stadt Kundus, wo schätzungsweise bis zu 30.000 Taliban-Kämpfer sowie nichtafghanische islamische Söldner eingekesselt sein sollen, seien viele Menschen ums Leben gekommen, meldete die private Agentur. Zahlen wurden allerdings nicht genannt.

US-Kampfflugzeuge hätten auch Stellungen der Taliban an der Frontlinie um Kundus angegriffen, meldete AIP. Die Nordallianz verhandelt derzeit mit Taliban-Führern über eine Kapitulation in Kundus. Laut AIP flog die US-Luftwaffe auch wieder Angriffe auf Kandahar im Süden; hier seien zwei Menschen getötet und acht verletzt worden. eingeschlossenen bis zu 30.000 Taliban-Kämpfern über eine Kapitulation. Bei US-Angriffen auf Kandahar im Süden wurden laut AIP in der Nacht mindestens zwei Menschen getötet.

Der örtliche Kommandant der Nordallianz an der Front vor Kundus hatte am Dienstag nicht ausgeschlossen, die ausländischen Unterstützer der Taliban abziehen zu lassen.

Franks trifft Nordallianz

US-General Tommy Franks, der am Dienstag in Usbekistan eingetroffen war, ist nach eigenen Angaben inzwischen in der Nähe von Kabul mit Führern der afghanischen Nordallianz zusammengetroffen. Franks sagte am Mittwoch zu Journalisten in Taschkent, er habe am Vortag auf dem Stützpunkt Baghram Gespräche geführt. "Ich bin erfreut, wie die Aktion in Afghanistan steht", sagte Franks, der als erster führender US-Militär das Land nach Aufnahme der Bombardierungen am 7. Oktober besuchte.

Zur Belagerung von Kundus sagte General Franks: "Die Taliban und terroristische Kräfte leisten weiter Widerstand, aber letztendlich werden wir uns durchsetzen." Franks sagte, die USA könnten auch reguläre Bodentruppen in Afghanistan einsetzen. Spezialkommandos seien bereits im Einsatz.

Das US-Verteidigungsministerium will die in Afghanistan eingesetzten Spezialeinheiten verstärken. Wie aus Pentagon-Kreisen verlautete, sollen bis zu 1500 Marine-Infanteristen ins Kriegsgebiet beordert werden. Dies könne bereits in dieser Woche geschehen, noch sei aber keine endgültige Entscheidung gefallen. (APA/dpa)

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