Sozialdemokraten und Liberale verlassen mazedonische Regierung

21. November 2001, 16:29
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Parlament soll über mögliche Neuwahlen entscheiden

Skopje - In Mazedonien sind die Sozialdemokratische Union (SDSM) und die Liberaldemokratische Partei (LDP) am Mittwoch aus der erst im Mai gebildeten Allparteien-Regierung ausgeschieden. Gründe für den Austritt wurden zunächst nicht genannt. SDSM-Parteichef Branko Crvenkovski sagte lediglich, seine Partei sei ab jetzt in der Opposition. Mit Verteidigungsminister Vlado Buckovski, Außenministerin Ilinka Mitreva und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Ilija Filipovski hatte die SDSM im Kabinett drei Schlüsselressorts.

Wie die Sozialdemokraten gab auch die Führung der Liberalen ihren Rückzug aus der Koalition bekannt. Dieser Entschluss sei schwieriger gewesen, als die Entscheidung, der Koalition beizutreten, sagte Parteichef Risto Penov am Mittwoch in Skopje. Die LDP hatte nur einen Minister ohne Aufgabenbereich gestellt.

Mögliche Parlamentsauflösung

Das mazedonische Parlament will an diesem Freitag über seine mögliche Auflösung und vorgezogene Neuwahlen entscheiden. Das hatte Parlamentssprecher Stojan Andov am Montag bekannt gegeben. Allerdings rechnen Beobachter nicht mit einer Mehrheit für den Antrag.

Mazedonische Ermittler sind am Mittwoch im nordwestlichen Krisengebiet des Landes auf die Leichen von Landsleuten gestoßen. Es handle sich um die sterblichen Überreste slawischer Mazedonier, die von albanischen Rebellen verschleppt worden seien, hieß es bei der Polizei. Die Leichen seien bei der Ortschaft Trebosh zwei Meter tief unter einem Autowrack vergraben worden. Bei den Exhumierungsarbeiten war auch ein Mitarbeiter des UNO- Kriegsverbrechertribunals anwesend. (APA/dpa)

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