Kolumbien: Bürgermeister erschossen

22. November 2001, 10:33
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Neuer Anschlag auf Friedensprozess

Bogota - Einen Tag nach der Freilassung von sechs entführten Bürgermeistern in Kolumbien haben Unbekannte im Rebellengebiet des Landes einen weiteren Bürgermeister erschossen. Vier Männer hielten den Politiker in der Nähe seines Heimatortes Lejanias in seinem Auto an und eröffneten das Feuer auf ihn, wie die Polizei am Mittwoch in der Provinz Meta mitteilte. Über die Täter und ihre Motive war zunächst nichts bekannt.

Meta liegt 450 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bogota und wird seit dreieinhalb Jahren von der linksgerichteten Rebellenorganisation Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) kontrolliert. Die Provinz grenzt an das Gebiet, in dem die Regierung Friedensverhandlungen mit der größten Rebellenorganisation des südamerikanischen Landes führt.

Bereits im Oktober war ein Bürgermeister der Rebellenzone vermutlich von FARC-Rebellen ermordet worden. Am Montag hatten rechtsgerichtete Paramilitärs sechs Bürgermeister aus der Region Antioquia im Nordwesten Kolumbiens aus Protest gegen die Verhandlungen mit der linksgerichteten Guerillagruppe Nationales Befreiungsheer (ELN) entführt. In Kolumbien herrscht seit fast vier Jahrzehnten Bürgerkrieg zwischen Guerilla, rechten Paramilitärs und der Armee. Bei den Kämpfen wurden bereits mehr als 200.000 Menschen getötet. (APA)

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